Frankfurt am Main/Berlin, 11. April 2026 – Angesichts der sich zuspitzenden Kostenkrise im Verkehrsgewerbe fordert der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo), dem Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ), dem Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX), dem Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) sowie dem Bundesverband Taxi und Mietwagen die Bundesregierung zu sofortigem Handeln auf. Steigende Energie- und Betriebskosten, ruinöser Wettbewerb und wachsender wirtschaftlicher Druck treiben immer mehr Unternehmen an den Rand ihrer Existenz. Die Verbände warnen vor einer Insolvenzwelle mit gravierenden Folgen für Versorgung, Mobilität und Wirtschaft in Deutschland.
In einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz machen die Verbände nun unmittelbar Druck auf die Bundesregierung.
„Die Zeit des Zögerns ist vorbei. Unsere Unternehmen erwarten keine Debatten über Zuständigkeiten, sondern konkrete Entscheidungen und sichtbares Handeln“, sagte BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt.
Die aktuelle Debatte zwischen Kanzleramt, Wirtschaftsministerium und Finanzministerium zeigt, wie groß der Handlungsdruck inzwischen ist. Während der Bundeskanzler gemeinsame Vorschläge aus BMWE und BMF erwartet, hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche selbst bereits von „Dissens innerhalb der ganzen Bundesregierung“ gesprochen. Umso dringlicher ist, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium der Finanzen jetzt aus der politischen Auseinandersetzung in die politische Verantwortung wechseln. Den Ankündigungen aus den Ministerien, die Transport- und Logistikbranche zu entlasten, muss endlich Rechnung getragen werden. Wer Wettbewerbsfähigkeit sichern will, darf Entlastungen in der akuten Kostenkrise des Verkehrsgewerbes nicht länger nur diskutieren, sondern muss sie ermöglichen.
Insbesondere richtet sich die Kritik auch gegen das Bundesministerium für Verkehr, dass seiner Schlüsselrolle endlich sichtbar gerecht werden muss und sich vor die betroffenen Branchen stellen muss. Die Verbände fordern nachdrücklich die Abschaffung der CO₂-Doppelbelastung, eine spürbare Entlastung bei Energie- und Stromkosten sowie kurzfristig wirksame Maßnahmen gegen den akuten Kostendruck. Versorgungssicherheit und Mobilität lassen sich nicht mit Ankündigungen sichern, sondern nur mit politischen Entscheidungen.