Verkehrsverlagerung über den Preis - Schweizer Erfahrungen

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Die Schweiz wird immer wieder als Musterbeispiel für erfolgreiche Verkehrsverlagerung zitiert. Die Realität der amtlichen eidgenössischen Statistik vermittelt dagegen ein anderes Bild: Im Jahre 2001 wurde dort die sog. LSVA (leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe) für alle Straßen in Höhe von (bis zur Wechselkursfreigabe des Franken) umgerechnet rund 70 Cent/km (nach der Wechselkursfreigabe des Franken ca. 86 Cent/km, Stand: März 2015) eingeführt – dennoch sank in der Folge sowohl der Schienenanteil im Alpenquerenden Güterverkehr durch die Schweiz als auch der Schienenanteil am gesamten Güterverkehr in der Schweiz. Von Verkehrsverlagerung durch Verteuerung und der Anlastung „externer Kosten“ also keine Spur. Oder doch? Nach Schweizer Lesart spricht man in der Regel bereits dann von einer Verkehrsverlagerung, wenn die Zahl der Lkw-Fahrten im Alpenquerenden Güterverkehr durch die Schweiz sinkt. Nach dieser Definition läge also auch dann eine „erfolgreiche“ Verlagerung vor, wenn vier Lkw das gleiche transportieren, was vorher von fünf Lkw transportiert worden war, oder auch wenn der Lkw – statt wie bisher durch die Schweiz – künftig über Österreich oder Frankreich nach Italien fährt.

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Nach dieser Lesart hat es – trotz gesunkenen Bahnanteils – eine „Verkehrsverlagerung“ gegeben, da 2013 die Anzahl der Lkw-Fahrten um 18,6 % niedriger war als anno 2000, dem Jahr vor Einführung der LSVA. Dieser Rückgang lag jedoch nicht an der LSVA, wie gerne behauptet wird, sondern an der stufenweisen Anhebung der Gewichtslimite von 28 t auf 34 t im Jahre 2001 und auf die in der EU gültigen 40 t im Jahre 2005. So stieg das durchschnittliche Ladungsgewicht pro Lkw-Fahrt im Alpenquerenden Güterverkehr durch die, in die, aus der und innerhalb der Schweiz von 6,3 t anno 2000 auf 11,3 t im Jahre 2013. Dies bedeutet, dass pro Fahrzeugeinsatz fast die doppelte Menge bei nahezu gleichem Kraftstoffverbrauch und damit nahezu gleich hohen CO2-Emissionen transportiert wurde. Umgerechnet reduzierte sich damit der CO2-Ausstoß bezogen auf die transportierte Tonnage um rund 40 %. Maße und Gewichte sind also ein Schlüssel zu umweltfreundlichen und effizienten Güterverkehren.





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