Masterplan Güterverkehr und Logistik des BMVBS: Verkehrsprognosen werden ignoriert

24.10.08

BGL, Bad Lauterberg, 24.10.2008 - Masterplan Güterverkehr und Logistik: Der Berg kreißte - und gebar einen inkonsistenten Masterplan. Anders lässt es sich kaum umschreiben, wenn ein Ministerium die von ihm selbst in Auftrag gegebenen Verkehrsprognosen vollständig ignoriert. Darüber hinaus bietet dieser Masterplan noch weitere Enttäuschungen: Denn den Lebenslügen aus der verkehrspolitischen Mottenkiste des vergangenen Jahrtausends namens "Verlagern, Verteuern, Vermeiden" wurde neues Leben eingehaucht.

Wie den Anlagen zu entnehmen ist, weisen die zum Masterplan erstellte Verflechtungsprognose bis 2025 von Intraplan, München und BVU, Freiburg sowie die Abschätzung des Güterverkehrs bis 2050 der ProgTrans AG, Basel keinerlei Ansätze auf, die auf einen Rückgang des Güterverkehrs insgesamt oder auf eine Verlagerung des Straßengüterverkehrs auf andere Verkehrsträger schließen lassen. Ein Finanzierungskonzept, wie die Infrastruktur für diesen Ansturm "fit gemacht" werden könnte, fehlt trotz Mauterhöhungsplänen. Obwohl die Lkw-Maut bis 2012 rund 5 Mrd. ? jährlich einbringen dürfte, verharren die Infrastrukturinvestitionen nahezu auf dem Niveau von 2004, dem Jahr vor der Mauteinführung. Real dürften die Investitionen bis 2012 sogar um rund 30 % fallen, obgleich die Verkehrsleistung im Straßengüterverkehr zwischen 2004 und 2012 um voraussichtlich rund 40 % zunehmen wird.

Von der im Koalitionsvertrag der Bundesregierung versprochenen "gleichen und fairen" Behandlung der Verkehrsträger ist ebenfalls nicht viel übrig geblieben: Ausschließlich dem Verkehrsträger Straße sollen zukünftig externe Kosten angelastet werden, dagegen gibt es für die Schiene ein Lärmschutzprogramm, finanziert aus allgemeinen Haushaltsmitteln.

Anlage 1: Tabelle "Entwicklung des Güterverkehrs bis 2025"

Anlage 2: Grafik "Entwicklung des Güterverkehrs bis 2050"

Anlage 3: Grafik "2025er Prognose und 2015er Prognose im Vergleich"

Anlage 4: Grafik "Straßen-Verkehrsinvestitionen des Bundes 2003-2012"

Ergänzende Informationen finden Sie im neuen BGL-Jahresbericht auf den Seiten 16 bis 26.

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