BGL kommentiert Ergebnisse der ADAC-Untersuchung zu Verkehrsproblemen durch Fehl-Navigation von Lkw.

Die Ergebnisse der ADAC-Untersuchung zu Verkehrsproblemen durch Fehl-Navigation sollten zur Lösung der vielschichtigen Problematik Anlass geben.

06.11.08

BGL, Frankfurt am Main, 06.11.2008:

Kurzfassung: Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. verweist im Zusammenhang mit den Ergebnissen der ADAC-Untersuchung "Verkehrsprobleme durch Fehl-Navigation" auf die Vielschichtigkeit der Problematik und bietet Lösungsansätze.

Langfassung: Das sichere Miteinander im Straßenverkehr wird durch die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung geregelt. In Form von Beschilderungen wird auf örtliche Gebote, Verbote oder sonstige Gegebenheiten, die der Verkehrsteilnehmer zu beachten hat, hingewiesen.

Der BGL weist darauf hin, dass die von Navigationsgeräten gelieferten Informationen nicht die gesetzlichen Vorgaben der Straßenverkehrsordnung und Weisungen der Beschilderungen vor Ort aufheben. Der Fahrzeuglenker ist auch bei Einsatz eines Navigationsgerätes verpflichtet, die erhaltenen Anweisungen mit den verkehrlichen Gegebenheiten seines Umfeldes abzugleichen. Ein "blindes" Verlassen auf die digitale Routenführung kann dagegen fatale Folgen haben.

Die Annahme, dass das im Zusammenhang mit Navigationsgeräten verwendete Kartenmaterial generell die für Lkw fahrzeugspezifischen Restriktionen enthält, ist ein leider immer noch weit verbreiteter Irrtum. Selbst Karten mit so genannten "Lkw-Attributen" (z.B. Brückentragfähigkeiten, lichte Höhen, Straßenverengungen, Sperrungen für den Schwerverkehr, fehlende Wendemöglichkeiten usw.) enthalten diese gegebenenfalls nicht bis auf die untersten Straßenkategorien und für alle Länder. Die Unternehmen sind daher gefordert, die am Markt angebotenen Geräte auf das verwendete Kartenmaterial und damit die Einsatzfähigkeit im Lkw und den einzelnen Relationen zu hinterfragen.

Die Problematik ist jedoch vielschichtiger. So sind die Hersteller des verwendeten Kartenmaterials bislang darauf angewiesen, in Eigeninitiative die betreffenden Lkw-Attribute zu erheben. Das erfolgt bei führenden Anbietern durch das Abfahren der einzelnen Strecken im In- und Ausland. Um die Qualität des Kartenmaterials aufrecht zu erhalten, wird dieser Vorgang regelmäßig wiederholt. Das Update der Karten kann trotz dieses Aufwandes nicht in Echtzeit erfolgen, denn von der Erhebung der Daten bis zum fertigen Update sind diverse Arbeitsschritte erforderlich.

Die verfügbare Aktualität des Kartenmaterials könnte durch eine zentrale Datenbereitstellung auf nationaler und internationaler Ebene erheblich verbessert werden. National müsste hierzu u.a. ein Abgleich der auf Landesebene erhobenen Daten erfolgen. Dies schließt mit ein, dass von den Kommunen zeitnah entsprechende Daten im abgestimmten Format geliefert werden.

Navigationsgeräte können trotz der dargelegten Problematik bei sachgemäßer Anwendung unbestritten einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten. Wünschenswert wäre eine Kooperation zwischen allen Behörden, Institutionen und Organisationen, die verkehrsrelevante Daten erheben und bearbeiten. Anzustreben wäre darüber hinaus der Dialog mit den potenziellen Nutzern in Bezug auf ihren Informationsbedarf, der gegebenenfalls über das bestehende Angebot hinausreicht (z.B. Gefällstrecken, Informationen zur Belegung von Rast- und Parkplätzen usw.).

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