Offizielle Zahlen signalisieren fatale Auswirkungen der Mauterhöhung auf Arbeitsplätze in der gesamten deutschen Transportwirtschaft.

Arbeitsplatzverluste zugunsten der Beitrittsstaaten sind in vollem Gang!

04.12.08

BGL, Frankfurt am Main, 04.12.2008:

Kurzfassung: Der BGL weist nach Auswertung der aktuellen Mautstatistik (Januar-Oktober 2008) des Bundesamtes für Güterverkehr auf hohe Zuwächse für Unternehmen aus den Beitrittsstaaten hin. Der Marktanteil deutscher Fahrzeuge war dagegen rückläufig. Und die Hiobsbotschaften reißen nicht ab: Das Kraftfahrt-Bundesamt meldet für November 2008 einen Einbruch bei den Neuzulassungen für Sattelzugmaschinen in Deutschland um 45% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat. Dies gefährdet auch die Arbeitsplätze bei den deutschen Nutzfahrzeugherstellern.

Langfassung: Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. in Frankfurt am Main - die Branchenvertretung des deutschen Transportlogistikgewerbes mit 11.000 Mitgliedsunternehmen - hat die aktuelle Lkw-Mautstatistik des Bundesamtes für Güterverkehr, Köln ausgewertet. Das Ergebnis lässt für die Zukunft heimischer Arbeitsplätze Schlimmes befürchten: Im Vorfeld der Mauterhöhung zum 01.01.2009 ist die Marktumverteilung auf den Bundesautobahnen zugunsten der Lkw aus den EU-Beitrittsstaaten bereits in vollem Gang!

Von Januar bis Oktober 2008 stiegen gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum die Mautkilometer von Fahrzeugen aus (in Reihenfolge der Marktanteile) Polen um 8,8%, aus Tschechien um 7,2%, aus Ungarn um 9,6%, aus der Slowakei um 10,4%, aus Litauen um 9,2%, aus Rumänien um 27,9% und aus Slowenien um 19,5%. Diese Länder belegen sieben von zehn Plätzen in den Top Ten der deutschen Mautstatistik. Niederländische Fahrzeuge, die jahrzehntelang unangefochten die Nummer 1 unter den ausländischen Lkw in Deutschland darstellten, fahren mittlerweile nur noch halb so viele Mautkilometer wie die polnische Konkurrenz! Der Marktanteil der deutschen Lkw sank dagegen im Vergleichszeitraum von 65,8% auf nur mehr 65,2%. 2009 dürfte sich diese Entwicklung noch verstärkt fortsetzen, da dann die innerdeutsche Kabotage für Transportunternehmen aus allen Beitrittsländern freigegeben werden wird.

Und die Hiobsbotschaften reißen nicht ab: Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg meldet für November 2008 einen Einbruch bei den Neuzulassungen von Sattelzugmaschinen gegenüber November 2007 von 45% nach einem entsprechenden Rückgang im Oktober von bereits 20%! Auch hier hinterlässt die Mauterhöhung bereits im Vorfeld ihre Spuren. Das durch die Dieselpreisexplosion ausgeblutete deutsche Transportlogistikgewerbe wird zu Jahresbeginn mit einer im Durchschnitt 50%-igen Mauterhöhung erneut zur Kasse gebeten. In diesem Umfeld wird jede Investition in neue Fahrzeuge besonders gründlich überdacht. Die Quittung haben jetzt die großen deutschen Nutzfahrzeughersteller und ihre Zulieferbetriebe erhalten, die sich um die Beschäftigung ihrer Belegschaften sorgen müssen.

Für das Jahr 2009 lautet die Konsequenz aus einer - vor dem Hintergrund des drohenden Konjunkturabschwungs - völlig verfehlten Mittelstandspolitik der Bundesregierung: Die Unternehmen des deutschen Transportlogistikgewerbes werden ihre Kapazitäten um 10% bis 30% zurückfahren. Die Betroffenen sind die Arbeitnehmer, die dem sozialdemokratischen Arbeitsminister seine Erfolgsstatistik verhageln werden.

Indes wird auch anhand der aktuellen Mautstatistik des Bundesamtes für Güterverkehr immer deutlicher, mit welch unrealistischen Zahlen Verkehrsminister Tiefensee Öffentlichkeit und Politiker getäuscht hat, um diesen die Zustimmung zur Mauterhöhung schmackhaft zu machen: Um eine möglichst niedrige Belastung der Transportunternehmen vorzugaukeln, prognostizierte das BMVBS einen Fahrleistungsanteil der hochbemauteten Euro III-Fahrzeuge für das Gesamtjahr 2010 auf nur winzige 4% - tatsächlich liegt er jedoch in den ersten zehn Monaten des Jahres 2008 noch bei vollen 50,0%!! "Was hindert den Minister eigentlich klüger zu werden? Krisenmanagement ist angesagt", meint BGL-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Karlheinz Schmidt abschließend.

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