BGL fordert Fairness bei der Berichterstattung über spektakuläre Lkw-Unfälle

Transportlogistikgewerbe ist für die obligatorische Einführung von bewährten Sicherheitssystemen bei Neufahrzeugen

20.07.07

BGL. Frankfurt/M. - Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. in Frankfurt am Main als Berufsverband des deutschen Transportlogistikgewerbes mahnt angesichts reißerischer Presseberichte der vergangenen Tage eine Versachlichung und Differenzierung bei der Diskussion über Lkw-Unfälle an, so schwer dies beim Anblick der tragischen Ereignisse auch fallen mag. "Jeder Unfalltote ist ein Unfalltoter zuviel und der Schutz von Menschenleben und Gesundheit muss absoluten Vorrang haben", erklärt BGL-Präsident Hermann Grewer. In den vergangenen Jahren wurde in dieser Hinsicht auch schon einiges erreicht: So ging die Zahl der in Deutschland bei Lkw-Unfällen ums Leben gekommenen Menschen seit 1992 um 36,4 % zurück (von 1.883 auf 1.197 in 2006) und die Zahl der dabei schwer verletzten Menschen sank um 34,0 % (von 13.345 auf 8.808). Und dies, obwohl im gleichen Zeitraum die Transportleistung auf deutschen Straßen um 72,3 % zugenommen hat. Dies war und ist für die Gewerbeführung kein Grund für Selbstzufriedenheit, sondern Ansporn für die Zukunft.

Unabhängig davon muss jeder einzelne Unfall auch für sich gesehen werden, gerade was die jeweilige Ursache anbetrifft. Pauschalverurteilungen helfen dabei niemandem weiter. Hierzu nur zwei Beispiele: So war bei dem Lkw, der in der Nacht zum Dienstag bei Straubing zwei Jungen tödlich erfasst hat, - im Pressefoto deutlich erkennbar - offenbar die Kardanwelle gebrochen. Sollte dieses technische Versagen Unfallursache gewesen sein, hat auch der beste Fahrer kaum eine Chance (zur Info: in Deutschland müssen die Brummis zweimal im Jahr zur technischen Untersuchung und nicht wie die Pkw nur alle zwei Jahre einmal). Es ist auch keinem damit gedient, in der Boulevardpresse ganze Altersgruppen zu Sündenböcken von Lkw-Unfällen abzustempeln - vor allem dann, wenn dies vollkommen an der Realität vorbeigeht: Lkw-Fahrer "Anfang 20" wurden in einem Zeitungsinterview mit einem Brummi-Fahrer "aus dem Westerwald" als eine Hauptursache von Lkw-Unfällen ausgemacht. Das kann so aber nicht stimmen, denn laut dem "Sonderbericht über die aktuelle Fahrpersonalsituation im deutschen Güterkraftverkehrsgewerbe" des zuständigen Bundesamtes für Güterverkehr sind nur 2,5 % aller Berufskraftfahrer jünger als 25 Jahre.

Der BGL und die im Berufsverband des deutschen Transportlogistikgewerbes organisierten Unternehmer engagieren sich aktiv in der Verkehrssicherheitsarbeit: In Ordnungspartnerschaften mit den Kontrollbehörden, bei Fernfahrerstammtischen, dem bundesweiten Tag der Verkehrssicherheit oder auch durch das in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft herausgegebene "Praxishandbuch Laden und Sichern". Darüber hinaus forderte der BGL-Vorstand in einer Resolution vom 8. März 2007 die obligatorische, EU-weite Ausstattung schwerer Nutzfahrzeuge mit modernster Sicherheitstechnik. Es gilt, anerkannte und bewährte Systeme, wie z.B. den Spur- und Bremsassistenten, Abstandswarner und elektronische Stabilitätsprogramme, endlich bei Neufahrzeugen "in die Serie" zu bringen. Die EU ist am Zuge. Das im BGL organisierte Transportlogistikgewerbe ist bereit, aktiv an der von der EU angestrebten Halbierung der Verkehrsopferzahlen mitzuwirken. "Ziele sind gut, aber es zählen nur die Taten", meint BGL-Präsident Grewer. Es gibt keinen Grund "Jagd auf den Lkw" zu machen, denn Sicherheit ist nur in Gemeinsamkeit und nicht gegeneinander zu erreichen.

Frankfurt am Main, den 20.07.2007

Pressekontakt

Martin Bulheller
Leiter Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: (069) 79 19-277
Telefax: (069) 79 19-227
E-Mail: presse@bgl-ev.de

Breitenbachstraße 1
60487 Frankfurt am Main