Kann der Kombiverkehr die Strassen "entlastern"?

12.10.04

BGL. Frankfurt/M. - Der von deutschen Güterkraftverkehrsunternehmen und Kraftwagenspediteuren ins Leben gerufene kombinierte Verkehr Schiene/Strasse hat sich in den fast 25 Jahren seit Gründung der Kombiverkehr KG sehr dynamisch entwickelt. 2003 wurden insgesamt 956.980 Sendungen (d.h. Lkw-Einheiten) zum größten Teil im unbegleiteten Verkehr per Huckepack sowohl im Binnenverkehr als auch im Export und im Transit durch die Bundesrepublik Deutschlands befördert. Im Gründungsjahr 1969 sind es knapp 28.000 Sendungen gewesen. Mit diesem Wachstum kann der Huckepackverkehr allerdings nur eine gewisse Bypass-Funktion erfüllen. Das aktuelle Gesamtaufkommen in einer Größenordnung von 23,4 Mio. t ist dafür in das richtige Verhältnis zu den rd. vier Milliarden Tonnen an Transportgut zu setzen, die jährlich, auf Anforderung von Wirtschaft und Verbraucher, auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland befördert werden.

Gerade in den letzten Jahren verläuft die Entwicklung in den einzelnen Techniken des kombinierten Verkehrs sehr unterschiedlich. Hohe Zuwachsraten verzeichnete einmal mehr der unbegleitete Verkehr, der national um 13,2 % und grenzüberschreitend um 6,5 % zulegte. "Nachzügler" dieser Entwicklung ist die sogenannte Rollende Landstrasse, die im vergangenen Jahr nur um 2,3 Prozent zunahm. Ihre Zukunft sieht düster aus: In diesem Jahr musste die RoLa Dresden-Lovosice bereits aufgrund stark rückläufiger Nachfrage ganz eingestellt werden, und auf der RoLa-Strecke Manching-Brennersee ging das Sendungsaufkommen im ersten Halbjahr 2004 ebenfalls um ein Drittel zurück.

Nach Ansicht des BGL wird die mittelfristige weitere Entwicklung des kombinierten Verkehrs in Deutschland zeigen, welche zum Teil gegenläufigen Veränderungen der Rahmenbedingungen den Markt bestimmen werden. Auf der einen Seite könnten die geplanten Angebotserweiterungen im nationalen und internationalen Kombiverkehr und die staatliche Förderung dieser Verkehrsalternative Auftrieb geben. Auf der anderen Seite drohen dem Huckepackverkehr Einbußen durch die mit der EU-Erweiterung verbundenen Kostensenkungseffekte über extrem niedrige Fahrerlöhne. Effizienzsteigernd wirkt sich auch der Wegfall zeitraubender Grenz-Kontrollen im Ost-West-Verkehr auf der Strasse aus. Damit stehen nicht nur die Ost-West-Verkehre, sondern alle Verkehrsrelationen unter wachsendem Wettbewerbsdruck kostengünstig arbeitender Verkehrsunternehmen aus den EU-Beitrittsländern.

Frankfurt, den 8. Oktober 2004

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