BGL warnt vor vermeintlichen Maut-Schnäppchen auf dem Nutzfahrzeugmarkt

13.12.02

BGL. Frankfurt/M. - Die geplante Einführung der Lkw-Maut für die Benutzung deutscher Bundesautobahnen wirft ihre Schatten voraus. Das gilt auch für den Nutzfahrzeugmarkt. So wurden bereits im Vorfeld zur IAA Nutzfahrzeuge im September diesen Jahres Lkw mit weniger als 12 t zulässigem Gesamtgewicht erstmals als Möglichkeit angepriesen, die Maut zu unterlaufen. Diese Angebote an 11,99 Tonnern nehmen nun zu, seit als Termin für den Wechsel von der heutigen zeitabhängigen Autobahn-Vignette auf die kostspieligere streckenbezogene Gebühr der 31. August 2003 bestimmt wurde.

In der Tat lässt das derzeitige EU-Recht eine Mautpflicht für Nutzfahrzeuge und Fahrzeugkombinationen erst ab 12 t zulässigem Gesamtgewicht zu, wenngleich die betreffende Benutzungsgebührenrichtlinie gerade von der Europäischen Kommission überarbeitet wird. Die Anschaffung von "mautfreien" Lkw zahle sich aber keineswegs zwingend auch betriebswirtschaftlich aus, warnt der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.. Er rät den Transportunternehmern deshalb dringend, sich von vermeintlichen Maut-Schnäppchen nicht zu überstürzten Fahrzeuginvestitionen verführen zu lassen. Schließlich müsse sich eine solche Entscheidung zumeist für einige Jahre als richtig erweisen. Sollte es dadurch zu einer veränderten Aufteilung der Ladekapazitäten kommen, wirke sich dies unmittelbar auf die angebotenen Leistungsstrukturen und damit auf die Kundenbeziehungen aus. Wenn das bestehende Angebot aber aufrecht erhalten werden müsse und dies bei neuer Kapazitätsaufteilung den häufigeren Einsatz der Fahrzeuge oder den Einsatz von mehr Fahrzeugen bei reduzierter Gewichts- und Volumenauslastung bedinge, führe dies zwangsläufig zu einer Steigerung der Fahrzeug- und Personalkosten. Werde dafür auch noch zusätzliches Fahrpersonal benötigt, habe sich der Transportunternehmer zudem mit den bekannten Problemen bei dessen Beschaffung auseinander zusetzen. Folglich gehe jeder, der seine Investitionsentscheidung allein auf die Frage der Mautpflicht des anzuschaffenden Fahrzeugs reduziere, ein unkalkuliertes Risiko ein. "Wer gibt eigentlich die Garantie, dass nicht schon in kurzer Frist auch Nutzfahrzeuge mit weniger als 12 t zulässigem Gesamtgewicht mautpflichtig werden", fragt der BGL.

Frankfurt am Main, den 13. Dezember 2002

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