Energiestudie zum kombinierten Verkehr räumt mit Vorurteilen auf

24.10.02

BGL. Gelsenkirchen - Das in den Köpfen mancher Verkehrspolitiker und Wissenschaftler festsitzende Vorurteil, Verlagerungen des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene führten grundsätzlich zu geringeren Umweltbelastungen, dürfte spätestens nach einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu), Heidelberg und der Studiengesellschaft für den kombinierten Verkehr (SGKV), Frankfurt/M. über den Energieverbrauch im kombinierten Verkehr Schiene/Straße erschüttert sein. In der Studie wurde die Differenz zwischen dem Energieverbrauch im reinen Straßentransport gegenüber dem kombinierten Verkehr berechnet. Dabei ergab sich folgendes, für einige Betrachter überraschendes Ergebnis: 

· es gibt keinen Automatismus zwischen Verkehrsverlagerungen von der Straße auf die Schiene und einer Entlastung im Primärenergieverbrauch und bei den Kohlendioxidemissionen

· unbegleitete Kombiverkehre weisen in der Regel geringere Primärenergieverbrauche auf als der reine Straßentransport. Die Verkehrsform "Rollende Landstraße" mit Verladung von LKW samt Fahrerbenutzung auf die Schiene - kann allerdings energetisch ungünstiger ausfallen als der reine Straßentransport

· die geringeren Kohlendioxidemissionen im Kombiverkehr werden teilweise durch hohe Atomstromanteile im Bahnverkehr erkauft.

Nach Darstellung des BGL wurde die Studie auf sogenannten Rennstrecken im nationalen und grenzüberschreitenden Verkehr durchgeführt, die besonders hohe Auslastungswerte und günstige Leistungsbedingungen im Kombiverkehr aufweisen. Damit wurde dem möglicherweise entgegengebrachten Vorurteil von einer unglaubwürdigen Ausgangslage begegnet. Die Studie ergab ferner, dass kombinierte Verkehre eine Mindestauslastung von 60 bis 70 Prozent der Stellplätze der Nutzlast benötigen um energietechnisch besser abzuschneiden als der reine Straßenverkehr. Der BGL weist darauf hin, dass es angesichts der erwarteten Zuwächse in der Verkehrsnachfrage in Zukunft mehr denn je darauf ankommen wird, durch eine effiziente Zusammenarbeit der Verkehrsträger deren jeweils vorhandenen ökonomischen und ökologischen Vorteile zu nutzen. Dies könne aber nur gelingen, wenn - und dies belege die Studie nachhaltig - relationenspezifisch die Möglichkeiten und der Nutzen von Verkehrsträgerkooperationen bewertet und die Angebote im kombinierten Verkehr Straße/Schiene qualitativ wie quantitativ verbessert werden.

Gelsenkirchen, den 24. Oktober 2002

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