Gefährdung von Leben und Gesundheit deutscher Lkw-Fahrer im Schweiz-Transit sofort beenden

05.03.02

BGL. Frankfurt/M. - BGL-Präsident Grewer hat Bundesverkehrsminister Bodewig gebeten, bei seinem schweizerischen Amtskollegen, Leuenberger, gegen die nicht mehr länger zumutbaren Verhältnisse und Lebensbedingungen der Lkw-Fahrer im Schweiz-Transit einzuschreiten. Hintergrund sind massive Verkehrsbeschränkungen nach dem tragischen Tunnel-Unglück vom 24. Oktober 2001. Danach dürfen Lkw nur noch im 3-Stunden-Takt den Gotthard-Tunnel in einer Fahrtrichtung befahren. Neuerdings ist ein "Dosierungssystem" zusätzlich eingeführt, das Lkw-Verkehre auf zum Teil hochgefährliche Alternativ-Routen umleiten soll.

In kilometerlangen Staus warten die Fahrer in ihren Fahrzeugen oft stundenlang fernab jeder Verpflegungsmöglichkeit und jeglicher Sanitäranlagen auf die Zuweisung einer Transitstrecke bzw. der Tunneldurchfahrt. Nicht selten sind Fahrer über stark befahrene Straßen kilometerweit zu Fuß unterwegs, um den dringendsten Bedarf für ihren Lebensunterhalt zu decken. Diese menschenunwürdigen Zustände sind eine Schande für die Schweiz und können nicht länger hingenommen werden.

"Lkw-Fahrer sind keine Menschen zweiter Klasse, die Fürsorgepflicht des Schweizer Staates und des UNO-Neumitglieds für alle Verkehrsteilnehmer sei unteilbar", meint BGL-Präsident Grewer. Das vorgeschobene Sicherheitsargument diene nur dem einen Zweck, Verkehre im Schweiz-Transit abzuschrecken und auf Umwege über Frankreich und Österreich zu zwingen. Solange jedenfalls voll besetzte Reisebusse im Begegnungsverkehr den Gotthard sicher passierten, gebe es keinen nachvollziehbaren Grund, das Verkehrschaos im Bereich des Güterverkehrs anzuzetteln. Nach Einschätzung des BGL legt die Schweiz mit ihrer besonderen Art der "Transit-Verhinderungspolitik" das Sankt Florians-Prinzip zu Grunde, belastet seine Nachbarn und riskiert den Bruch des EU-Schweiz-Vertrages, noch bevor er durch alle Staaten ratifiziert ist.

Frankfurt am Main, den 6. März 2002

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