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BGL: Erneut unseriöse Verlagerungsträume der Grünen: Grüne Spitzenpolitiker wollen "Brummis von der Straße holen".

27.07.00

BGL.Frankfurt/M. Spitzenpolitiker der Grünen haben im Rahmen einer Flugblattaktion eine "Sommerkampagne" angekündigt, mit der sie "die Brummis von der Straße" holen wollen. Derzeit würden 83,4 % des gesamten Güterverkehrs über Autobahnen und Straßen transportiert. Dies müsse durch Verteuerung des Straßengüterverkehrs und durch Gespräche mit Bahnbetreibern und Logistikunternehmen geändert werden.


Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., Frankfurt am Main, sieht in den Forderungen der Grünen Verlagerungsphantasien, die völlig an der Realität vorbeigingen. Die Tatsache, dass der Lkw 1999 mit 85 % des Gütervolumens zwölfmal soviel Güter wie die Schiene transportiert hat, beweise mit Nachdruck, dass er nach wie vor das Rückgrat der Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung sei - und dies mit wachsender Tendenz.

Eine von den Grünen geforderte drastische Verteuerung des Straßengüterverkehrs werde unweigerlich dazu führen, dass das Transportpreisniveau für die deutsche Wirtschaft steige und Unternehmen in ländlichen und verkehrsfernen Regionen auch innerhalb Deutschlands von ihren Märkten abgekoppelt würden. Die daraus resultierenden Standortnachteile und negativen Auswirkungen auf Wohlstand und Arbeitsplätze stünden im krassen Widerspruch zum Programm der Regierungskoalition.

Im übrigen werde eine Verteuerung des Güterkraftverkehrs nicht zu der von den Grünen erhofften Verlagerung auf die Schiene führen. Die Bahn stelle weder qualitativ noch quantitativ eine hinreichende Verlagerungsalternative für den Straßengüterverkehr dar. "Die deutsche Wirtschaft braucht keine neue Flugblattaktion, sie braucht eine leistungsfähige Bahn", so der BGL. Dazu müssten überkommene Unternehmensstrukturen der Bahn beseitigt werden.

Solange der Bahn aber jährlich über 16 Mrd. DM an Bundesmitteln direkt zugestanden werden - über 18 Mrd. DM fließen zusätzlich aus dem Bundeshaushalt in das Bundeseisenbahnvermögen -, bleibe die Bahn ein "Naturschutzpark", der im Gegensatz zum Güterkraftverkehr den Regeln des Marktes nicht ausgesetzt sei. Um Leistungssteigerungen im Bahnangebot zu realisieren, sei dies aber unabdingbar. Zumindest brauche es dazu mehr als nur Gespräche der Grünen mit Bahnbetreibern.

Genauso unseriös wie die Verlagerungsillusion ist die Mär von der "umweltfreundlichen Bahn". Günstige Energieverbrauchswerte auf der Schiene sind nur im Ganzzug-Verkehr mit Massengütern zu erreichen. In diesen Verkehrsarten betrage das Zuggewicht ca. 2000 Tonnen. Da im Kombinierten Verkehr - und nur diese Verkehrsart stelle eine Alternative zum Straßengüterverkehr dar - jedoch weitestgehend Kaufmannsgüter zu befördern seien, erreiche ein Ganzzug im Kombinierten Verkehr nur 700 Tonnen Nutzlast. Entsprechend höher seien die Energieverbrauchswerte im Schienenverkehr, die in etwa gleich hoch seien wie im reinen Straßentransport.

Dies belegten unabhängige wissenschaftliche Gutachten. Auch dürfe nicht verkannt werden, dass bei der Eisenbahn der Strom nicht einfach aus der Steckdose komme, sondern zu 28 % aus Kernkraftwerken und aus umweltpolitisch keinesfalls unproblematischen Braunkohle- und Steinkohle-Kraftwerken.

Angesichts dieser Erkenntnisse erweise sich die Flugblattaktion der Grünen gegen den Lkw-Verkehr zwar als populistisch, in der Sache zeige sie aber keine zielführenden Perspektiven für eine auch aus Umweltsicht effizientere Arbeitsteilung der Verkehrsträger im Güterverkehr auf. Drastische Verteuerungen des Straßengüterverkehrs aber führten nicht nur zu Existenzgefährdungen im Verkehrsgewerbe. Gleichzeitig setzten sie Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland auf?s Spiel.

Frankfurt am Main, den 27. Juli 2000

Pressekontakt

Martin Bulheller
Leiter Öffentlichkeitsarbeit

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