BGL: Bahn keine Verlagerungsalternative für Straßengüterverkehr

05.06.00

BGL. Frankfurt/M. - Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) in Frankfurt am Main, hat der vom Bereichsvorstand Marketing und Vertrieb der DB Netz AG, Dagmar Haase, aufgestellten Behauptung widersprochen, mit der von ihr geforderten höheren Belastung des Straßengüterverkehrs durch eine Schwerverkehrsabgabe lasse sich eine wirksame Verlagerung des Straßentransports auf die Schiene erzielen. Fakt sei hingegen, dass die Eisenbahn in ihrem derzeitigen Zustand eine weder qualitativ noch quantitativ hinreichende Verlagerungsalternative darstelle. Eine künstliche Verteuerung des Verkehrsträgers Strasse würde damit lediglich das Transportpreis-Niveau in der Verkehrswirtschaft nach oben treiben.

Die Bahn ziele offensichtlich darauf ab, trotz schrumpfender Transportmengen und schlechterer Leistung durch Preiserhöhungen mehr Geld in ihre Kasse zu bringen. Dies sei keine Bahnsanierung, sondern die Konservierung überkommener Unternehmensstrukturen durch eine marktwirtschaftlich getarnte Preisregulierung. Die Bahn erscheine vor dem Hintergrund dieser Verkehrspolitik als der letzte große deutsche "Volkseigene Betrieb", der sich den Regeln des Marktes durch pseudoökologische Argumente entziehen möchte. Auch den von der Bahn bestellten Gutachtern stünde es gut an, wenn sie z. B. den mit immerhin 28 Prozent recht hohen Anteil an Atomstrom im Bahnverkehr bei ihrer Umweltschädigungs-Bilanz des Verkehrsträgers Schiene mit einbeziehen würden. Das Argument, die Bahn zahle ihre Wegekosten alleine, hält der BGL ebenfalls für eine "grobe Verdummung der Öffentlichkeit".

Seit der Bahnreform im Jahre 1994 habe die DBAG mehr als 100 Milliarden DM in Form von Investitionszuschüssen, Altlastensanierungen und Mittel für die Regionalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) erhalten. Darin steckten auch etliche Millionen für das Schienennetz. Angesichts dieser Fakten immer noch zu behaupten, der Steuerzahler müsse für den Straßenverkehr aufkommen, tue aber nichts für die Schiene, sei eine offenkundige Verfälschung der Kostenwahrheit.

Frankfurt am Main, den 05. Juni 2000

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