Pressearchiv 2008
24.10.2008 Ölpreise: Trotz Verschnaufpause sind Dieselpreisgleitklauseln das Gebot der Stunde
BGL, Bad Lauterberg, 24.10.2008 – Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. weist – mit Blick auf die derzeitig rückläufigen Rohölpreise – darauf hin, dass auch in absehbarer Zeit die Entwicklung der Energiepreise auf den Weltmärkten durch die langfristige Ressourcenverknappung geprägt sein wird. Konjunkturelle Auf- und Abwärtsbewegungen werden an dem wachsenden Energiehunger der Welt kaum etwas ändern. Energie wird langfristig immer knapper und teurer werden. Regenerative Biokraftstoffe können diesen Trend nicht verändern. Anbauflächen in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion sind nicht nachhaltig. Eine weiterhin stark anwachsende Weltbevölkerung lässt es nicht zu, Lebensmittel oder deren Anbauflächen für Mobilitätszwecke umzuwidmen. In den Märkten kann außerdem beobachtet werden, dass Energiepflanzen sich noch stärker verteuern als Dieselkraftstoff in der Hochpreisphase (siehe Anlage 1). Über alles betrachtet fällt die Ökobilanz sog. Biokraftstoffe vielfach schlechter aus als für fossile Kraftstoffe. Die Rodung von Regenwäldern, Biodiversität, Düngemitteleinsatz und weitere Faktoren lassen die Ökobilanz von Biokraftstoffen in vielen Fällen kippen. Dies belegt eine Studie der „Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt“ (EMPA) in Dübendorf/Schweiz (siehe Anlage 2). Einen Ausweg aus dem Kraftstoffdilemma bieten lediglich alternative Antriebskonzepte, die nur längerfristig zu erwarten sind. Kurz- und mittelfristig geht an der Technologie des Dieselantriebs kein Weg vorbei, weshalb dringend sparsamere Motorenkonstruktionen gebraucht werden. 20 % weniger Dieselverbrauch wären machbar, wenn die Schwerpunkte für die kommenden Motorengenerationen auf Verbrauchsreduzierung angelegt würden. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die Dieselpreise selbst während der momentan zu beobachtenden „Verschnaufpause“ noch weit über dem Niveau des vergangenen Herbstes liegen. Vor diesem Hintergrund sind Dieselpreisgleitklauseln wichtiger denn je, da nur mit ihnen eine – wenn auch zumeist zeitlich versetzte – Anpassung der Frachtpreise an die oftmals recht volatilen Kraftstoffmärkte gewährleistet ist. Dies wirkt sich bei fallenden Dieselpreisen auch zugunsten des Verladers aus. Anlage 1: Grafik „Preisentwicklung bei Energiepflanzen“ Anlage 2: Grafik „Ökobilanz von Biokraftstoffen“ Ergänzende Informationen finden Sie im neuen BGL-Jahresbericht auf den Seiten 5 bis 9, 41 bis 42 und 175 bis 181 Ihr Ansprechpartner ist Martin Bulheller unter Tel. 069/7919-277 oder presse@bgl-ev.de
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