Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
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Pressearchiv 2008

11.12.2008
Tausende von Lkw-Fahrern in schweizerischer Quasi-Geiselhaft

Menschenrechte in der Schweiz für Lkw-Fahrer außer Kraft gesetzt

BGL, Frankfurt am Main, 11.12.2008: Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. hat kein Verständnis für das aktuelle Vorgehen der schweizerischen Behörden. Bereits seit zwei Tagen sitzen nun Lkw-Fahrer aus ganz Europa in der Schweiz fest und werden auf Stellflächen zum Teil ohne jegliche Versorgungsmöglichkeit und einfache sanitäre Einrichtungen an der Weiterfahrt gehindert. Zurückzuführen ist dies auf die von den schweizerischen Behörden bereits am 9. Dezember 2008 ausgerufene Phase „Rot“. Das Instrument der Phase „Rot“ gibt den einzelnen Kantonen in der Schweiz die Möglichkeit, bei angeblicher Verkehrsüberlastung eigenmächtig ein sofortiges Lkw-Fahrverbot auszurufen. In diesem Fall werden die alpenquerenden Tunnel und die Grenzen zur Schweiz für den gesamten Schwerverkehr gesperrt. Der BGL verurteilt diese menschenverachtende Vorgehensweise, die verkehrspolitische Ideologie auf dem Rücken der Fahrer austrägt. Wo sonst auf der Welt gibt es eine Ampel, die schon 2 Tage permanent auf rot steht? Macht sich von den schweizerischen Bürokraten, die in Piratenmanier Fahrzeuge willkürlich festlegen, jemand eine Vorstellung, was dies für Fahrer ohne primitivste Versorgungsmöglichkeiten bedeutet? Gelten in der Schweiz keine Menschenrechte für Lkw-Fahrer?

Aktuell begründen die schweizerischen Behörden die Ausrufung der Phase „Rot“ mit winterlichen Straßenverhältnissen. Erstaunlich in diesem Zusammenhang ist, dass Pkw und Busse ungehindert die alpenquerenden Routen in der Schweiz wie den Gotthard-Tunnel und die St. BernardinoRoute nutzen können. Augenzeugen berichten, dass zwischenzeitlich keine außergewöhnlichen Straßenbehinderungen bestehen und die Straßenverhältnisse sich weitgehend normalisiert haben. Da der Wetterdienst für die kommende Nacht eine Unwetterwarnung mit äußerst starken Schneefällen herausgegeben hat, könnte zu der verkehrspolitischen Geiselnahme schon bald der Tatbestand der Körperverletzung hinzutreten. Was ist, wenn die Fahrer über Tage nicht versorgt werden können und schon jetzt die Nahrungs- und Getränkevorräte an Bord knapp sind? Es ist den Initiatoren dieser unmenschlichen Behandlung vorzuhalten, dass sie aus niederen Beweggründen zur Abschreckung des Lkw-Verkehrs in der Schweiz Menschenleben und die körperliche Unversehrtheit anderer hinten anstellen. Die Schweiz bringt mit dieser Politik Schande über sich selbst und ihren Anspruch, eine humanitäre und soziale Gesellschaftsordnung zu verkörpern.

Ihr Ansprechpartner ist Daniel Torres Tel. 069/7919-380 oder presse@bgl-ev.de

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