Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen auf hohem Niveau

Im Jahr 2016 kamen 3 206 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Dies sind 7,3 Prozent weniger als 2015, als noch 3 459 Todesopfer zu beklagen waren.

Der Anstieg der Zahl der Getöteten in den beiden Vorjahren war zu einem großen Teil auf den Anstieg der getöteten Nutzer von motorisierten Zweirädern zurückzuführen. Demgegenüber ist in diesem Segment für das Jahr 2016 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl der getöteten Motorradnutzer ist um 16,1 Prozent zurückgegangen. Dies ist nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) vorwiegend auf die im Vergleich zu den Vorjahren weniger zweiradfreundliche Witterung zurückzuführen. Demgegenüber ist jedoch die Anzahl getöteter Radfahrer um 2,6 Prozent gegenüber 2015 gestiegen. Die Zahl tödlich verunglückter Fußgänger im Straßenverkehr ist im Jahr 2016 gegenüber dem Jahr 2015 um 8,8 Prozent zurückgegangen.

Dank des oben beschriebenen Rückgangs lag die Zahl der Todesopfer bei Straßenverkehrsunfällen 2016 um 20 Prozent niedriger als im Jahr 2011, dem Basisjahr des „Nationalen Verkehrssicherheitsprogramms 2011-2020“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Erklärtes Ziel des BMVI ist es, im Zeitraum von 2011 bis 2020 die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr um 40 Prozent zu senken. Der BGL teilt die Einschätzung von Verkehrssicherheitsexperten, dass es in Anbetracht des bereits heute sehr hohen Sicherheitsniveaus in Deutschland sehr großer Anstrengungen auf allen Gebieten der Verkehrssicherheit bedarf, um dieses Ziel zu erreichen.

Auf den Bundesautobahnen (BAB) war gegenüber dem Jahr 2015 eine Abnahme um 5,1 Prozent zu beobachten. Innerhalb von Ortschaften betrug der Rückgang 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf den Landstraßen verringerte sich die Zahl der Todesopfer von 2015 auf 2016 um 7,2 Prozent. Auf Landstraßen wurde damit der niedrigste Wert seit 1991 erreicht.

Im Jahr 2016 kamen auf Landstraßen 1 853 Menschen (58 Prozent), innerhalb geschlossener Ortschaften 960 Menschen (30 Prozent) und auf Autobahnen 393 Menschen (12 Prozent) Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben.

In der rückblickenden Gesamtbetrachtung lag die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland 2016 auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950! Gegenüber dem Jahr 1970 mit einem Höchststand von 21 332 Getöteten sank die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr damit bis zum heutigen Tag um 85 Prozent. Als Getötete gelten in der amtlichen deutschen Unfallstatistik „Personen, die innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen sterben“.

Das auf die Bevölkerungszahl bezogene Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden, hat sich im Laufe der Jahre drastisch verringert: im Bundesdurchschnitt von 140 Getöteten je 1 Mio. Einwohner im Jahr 1991 auf 40 Getötete je 1 Mio. Einwohner im Jahr 2016.

Für die Gesamtfahrleistung der Kraftfahrzeuge wird für das Jahr 2016 ein Anstieg um etwa 1,8 Prozent geschätzt. Auf den Bundesautobahnen wird von einem Anstieg um 2,5 Prozent, auf den außerörtlichen Bundesstraßen von einem Anstieg von etwa 1,3 Prozent ausgegangen. Bewahrheitet sich diese Vorhersage, so wird die „Getötetenrate“, also das fahrleistungsbezogene Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden, im Jahr 2016 insgesamt um neun Prozent auf etwa 4,2 Getötete je 1 Mrd. Fahrzeugkilometer sinken. Auf den Bundesautobahnen sank die Getötetenrate geringfügig von 1,7 Getöteten je 1 Mrd. Fahrzeugkilometer im Jahr 2015 auf 1,6 im Jahr 2016.

Die Zahl der Personen, die schwer oder leicht verletzt wurden, erhöhte sich im Jahr 2016 leider erneut um 0,8 Prozent gegenüber 2015 von 393 432 auf 396 476. Darunter befanden sich 67 426 Schwer- und 329 240 Leichtverletzte. Im Jahr 2015 wurden 67 706 Personen schwer und 325 726 Personen leicht verletzt. Die Zunahme der Leicht- und Schwerverletzten im Jahr 2015 gegenüber 2014 betrug 1,0 Prozent, die Zunahme im Jahr 2014 gegenüber 2013 noch 4,1 Prozent. Eine amtliche Definition für „Verletzte“ existiert nicht. „Schwerverletzte“ sind in der amtlichen deutschen Unfallstatistik definiert als „Personen, die unmittelbar zur stationären Behandlung (mindestens 24 Stunden) in einem Krankenhaus aufgenommen wurden“. Als „Leichtverletzte“ gelten alle übrigen Verletzten.

Die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Unfälle erhöhte sich 2016 gegenüber 2015 um 2,7 Prozent auf 2 585 327. Für das Jahr 2015 war eine Erhöhung gegenüber 2014 um 4,6 Prozent festzustellen. Im Gegensatz dazu war 2014 gegenüber dem Vorjahr 2013 noch eine leichte Abnahme um 0,3 Prozent zu verzeichnen.

2016 ist gegenüber dem Vorjahr die Anzahl Getöteter bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung aller Größenklassen – also vom Kleintransporter bis zum Sattelzug – um 5,3 Prozent von zuvor 787 auf 745 Personen gesunken. Dies entspricht dem niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der bei Lkw-Unfällen ums Leben gekommenen Menschen seit 1992 (dem Jahr der ersten statistischen Erfassung für Gesamtdeutschland) hat sich demnach um 60,4 Prozent verringert!

Die Anzahl der Schwerverletzten bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent verringert und zwar von 7 342 auf 7 278 Personen. Im Vergleich zum Jahr 1992 ist dies ein Rückgang um 45,5 Prozent.

Die Abbildungen 1 und 2 zeigen die zeitliche Entwicklung der Getöteten und Schwerverletzten bei Straßenverkehrsunfällen unter Lkw-Beteiligung.

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Stellt man die Unfallzahlen der Verkehrsentwicklung in Deutschland gegenüber, zeigt sich Folgendes: Im Zeitraum von 1992 bis 2016 stieg die Transportleistung auf deutschen Straßen von 252,3 Mrd. tkm auf 471,8 Mrd. tkm (vorläufiger Wert), was einer Zunahme von 87,0 (!) Prozent entspricht.

Die Zahl der auf die Transportleistung bezogenen tödlichen Unfälle, also die Anzahl Getöteter pro 1 Mrd. tkm, sank seit 1992 von rechnerisch 7,5 Personen auf 1,6 Personen im Jahr 2016. Dies entspricht einem signifikanten Rückgang um 78,7 Prozent sowie dem niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Der Rückgang bei den Schwerverletzten von 1992 bis 2016 betrug 70,9 Prozent auf rechnerisch 15,4 Personen pro 1 Mrd. tkm – auch dies der niedrigste Wert im wiedervereinigten Deutschland.

Abbildung 3 zeigt die zeitliche Entwicklung der Getöteten und Schwerverletzten bei Straßenverkehrsunfällen unter Lkw-Beteiligung im Vergleich zur Transportleistung.

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Bei den durch Lkw-Fahrer verursachten Unfällen ist mangelnder Abstand mit einem Anteil von 20,1 Prozent die häufigste Unfallursache, gefolgt von Vorfahrt- bzw. Vorrangfehlern (12,5 Prozent) sowie Fehlern beim Abbiegen, Ein- und Ausfahren (11,6 Prozent). Unangepasste Geschwindigkeit ist in ca. 10 Prozent der Unfälle die Unfallursache.