Ladungssicherung: Verladeempfehlungen „Verladung und Sicherung von Betonstahlmatten auf Straßenfahrzeugen“

Basierend auf der „Besten-Praxis“, den Vorgaben der Richtlinie VDI 2700 Blatt 11 „Ladungssicherung von Betonstahl“ (Ausgabe Oktober 2006) und entsprechenden Fahrversuchen konnte der BGL in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stahlbetonbewehrung e.V. (ISB), der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr), dem Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) e.V., dem Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V. (VVWL), dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG), der Polizei Niedersachsen, der Polizei Nordrhein-Westfalen und Herstellern entwickeln, die nunmehr bundesweit bei allen polizeilichen Kontrollorganen für Kontrollzwecke Anwendung finden sollen. Die wissenschaftliche Begleitung dieser Entwicklung erfolgte durch die Gesellschaft für Transport-, Umschlag und Lagerlogistik mbH (TUL LOG), Dresden und die TÜV NORD Mobilität GmbH, Hannover.

Die unter allen Beteiligten und insbesondere unter Mithilfe von Praktikern der Transporteure und Stahlbetonhersteller im Konsens erstellten Verladeempfehlungen wurden erstmals im Rahmen des BGL/VDA-Symposiums „Aus der Praxis für die Praxis“ am 29.09.2008 auf der 62. IAA-Nutzfahrzeug-Messe in Hannover vorgestellt.

Betonstahlmatten zeigen aufgrund ihrer Produktbeschaffenheit besondere Eigenschaften im Fahrbetrieb auf Straßenfahrzeugen, die mit denen von starren, formstabilen Gütern (z. B. Beton) nicht vergleichbar sind. Hieraus ergeben sich besondere Anforderungen an die Umsetzung einer praktikablen Ladungssicherung. Die Richtlinie VDI 2700 Blatt 11 „Ladungssicherung von Betonstahl“ beschreibt diesen besonderen Sachverhalt, gibt jedoch hinsichtlich praktikabler Umsetzungsmöglichkeiten keine konkreten Anleitungen. In Kapitel 1 „Anwendungsbereich“ dieser Richtlinie ist demzufolge eine Öffnungsklausel formuliert:

„… Die Vielfalt der Betonstahlprodukte und die Zusammenstellung der Transporte mit einzelnen Produkten sowie die Vielzahl der Ladungssicherungsmöglichkeiten und Spezialfahrzeuge können nicht umfassend berücksichtigt werden. Nachweisbar gleichwertige Ladungssicherungen oder solche, die eine bessere Sicherung erreichen, können daher ebenso eingesetzt werden.“

Die nun vorliegenden Verladeempfehlungen erfüllen diese Anforderungen und schließen die Lücke bisherig fehlender „praktikabler“ Umsetzungsmöglichkeiten. Sie stellen somit einen wichtigen Beitrag zur rechtssicheren Ladungssicherung nach dem derzeitigen Stand der Technik dar.

Die Verladempfehlungen thematisieren sowohl die Verladung als auch die Sicherung von Betonstahlmatten in Form von Lagermatten bzw. überbreiten Listenmatten auf Straßenfahrzeugen. Je nach Beschaffenheit und Ausstattungsgrad der eingesetzten Fahrzeuge werden die drei Varianten

hinsichtlich ihrer Umsetzung in Form einer jeweils konkreten Handlungsanweisung beschrieben. Die praktische und sichere Umsetzung der Vorgaben vor Ort wird durch entsprechende begleitende Abbildungen unterstützt.

Wichtig:

Da es sich um „Empfehlungen“ handelt, besteht natürlich weiterhin die Möglichkeit, individuell nachweislich mindestens gleichwertige alternative Ladungssicherungsmethoden im Sinne der Richtlinie VDI 2700 Blatt 11 anzuwenden.

Die Verladeempfehlungen stehen zum kostenlosen Download (pdf-Datei) zur Verfügung:

„Formschlüssiges Stauen in alle Richtungen mit einem voll ausgestatteten Lkw“
(Stand: Januar 2009)
„Diagonalzurren über Eck“ sowie
(Stand: Januar 2009)
„Paketierte Ladungen“
(Stand: Januar 2009)