Fahrzeugkonzepte der Zukunft

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Betrachtungen zur Effizienzsteigerung im Verkehr sind nicht nur auf die Kraftstoffseite oder Antriebskonzepte zu beschränken. Großen Einfluss auf die Energiebilanz und das Emissionsverhalten von Verkehrsträgern haben die Auslastung und die jeweils pro Transportvorgang beförderten Mengen (Volumen/Gewicht). In diesem Zusammenhang spielt auch die Intermodalität und die bessere Verzahnung der Verkehrsträger eine besondere Rolle – dies für die gesamte Verkehrswirtschaft. Der BGL favorisierte deshalb im Rahmen der europäischen Diskussion um zukünftige Abmessungen und Gewichte von Nutzfahrzeugen (zur Änderung der Richtlinie 96/53/EG) die Abstimmung der Fahrzeuglängen auf gängige Behälterkonzepte im Land- und Seeverkehr. Multimodalität kann am besten erreicht werden, wenn es gelingt, Umschlagsvorgänge zu vereinfachen und kostengünstiger zu gestalten. Der Umstieg ganzer Ladeeinheiten kommt beiden Anforderungen am nächsten. Ökonomisch und ökologisch entsteht der größte Nutzen, wenn nicht ganze Fahrzeugeinheiten, sondern jeweils nur Ladungsträger effizient und kostengünstig die Verkehrsträger wechseln können.

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Aus diesem Umfeld heraus erklären sich nicht zuletzt die ökologischen und ökonomischen Vorteile durch verlängerte Sattelanhänger/Sattelkraftfahrzeuge und Modulare EU-Konzepte (Lang-Lkw), die es verkehrspolitisch neu zu gewichten gilt. Mit „Monstertruck“ und anderen polemischen Begriffen wurden diese Fahrzeugkombinationen öffentlich von der Schienenlobby pauschal diskreditiert. Es wird alles getan, die Chancen für eine umweltgerechtere und nachhaltigere Verkehrspolitik nicht aufscheinen zu lassen. Trotzdem liegen die Vorteile für neutrale Betrachter auf der Hand. Durch eine Erhöhung des Ladevolumens um bis zu 50 Prozent kann die Energieeffizienz bezogen auf die Ladeeinheiten bzw. die transportierte Ladung um 20 bis 30 Prozent gesteigert werden. Da sich das Gesamtgewicht von maximal 40 Tonnen auf bis zu acht statt auf fünf Achsen verteilt, sind Langfahrzeugkombinationen nicht nur umweltschonender, sondern auch straßenschonender.

Dies bestätigt auch der Feldversuch des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), der seit 1.1.2012 in mehreren Bundesländern durchgeführt und von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wissenschaftlich begleitet wird. In deren Zwischenbericht zum Feldversuch „Lang-Lkw“ heißt es „Gemessen an der Vielzahl betrachteter Fragestellungen ist die Anzahl der identifizierten Risiken gering.“ Zu einer möglichen Verlagerungen von Schienenverkehren auf Lang-Lkw: „Unter den Rahmenbedingungen des Feldversuchs konnten bislang keine Verlagerungseffekte beobachtet werden. Auch die mit den Lang-Lkw im Feldversuch transportierten Güter und logistischen Strukturen lassen eine Verlagerungswirkung allgemein unter den gegebenen Randbedingungen als unwahrscheinlich erscheinen.“

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Bereits im Jahr 2009 hat der BGL ein Positionspapier zur Änderung der Richtlinie 96/53/EG verfasst, um die Sichtweise des Gewerbes in die europäische Diskussion einzubringen.