Europäische Güterkraftverkehrsverbände wenden sich nach Tunnelsperrungen im Alpentransit an EU-Kommission

18.12.01

BGL. Frankfurt/M. - Die Sperrung des Gotthard-Straßentunnels für Lkw hat das europäische Transportgewerbe in eine prekäre Situation gebracht. In einem Schreiben an EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio haben die Güterkraftverkehrsverbände AISÖ (Österreich), ASTAG (Schweiz), BGL (Deutschland), CONFETRA (Italien), ITD (Dänemark), TLN (Niederlande) sowie die International Road Transport Union (IRU) auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Selbstverständlich sei das Straßentransportgewerbe in solchen Notsituationen bereit, alle realistischen Verlagerungsmöglichkeiten auf die Schiene zu nutzen. Allerdings scheiterten gewünschte Verlagerungen oftmals sowohl an technischen Problemen (nicht alle Rollenden Landstraßen erlauben eine Lkw-Eckhöhe von 4 m), an organisatorischen Problemen sowie an Qualitätsproblemen der Bahn.

Das europäische Straßentransportgewerbe war daher infolge von Tunnelsperrungen zu nicht unerheblichen Umwegverkehren sowohl innerhalb der Schweiz als auch zu Verkehren über Österreich und Frankreich gezwungen. Diese Umwegverkehre verursachten erhebliche Mehrkosten, die notwendigerweise der Wirtschaft über "Alpentransitzuschläge" weiterbelastet werden müssten. Besonders betroffen seien die der Schweiz benachbarten Wirtschaftsregionen nördlich und südlich der Alpen.


Ein Großteil der Umwegverkehre sei zwangsläufig - da auch der Mont Blanc-Tunnel in Frankreich noch geschlossen sei - über Österreich erfolgt. Dadurch erhalte die Ökopunkteproblematik bzw. die Zahl der durch Österreich durchgeführten Transitfahrten im Jahr 2001 eine besondere Brisanz.


Die Verbände haben daher die EU-Verkehrskommissarin gebeten, alles Mögliche zu unternehmen, damit der Gotthard-Straßentunnel und der Mont Blanc-Tunnel sobald wie möglich auch für Lkw geöffnet werde. Außerdem wird die Kommissarin gebeten, zu verhindern, "dass eine aufgrund der derzeitigen Notsituation in der Schweiz absehbare Überschreitung der 108 %-Fahrtenanzahl im Österreich-Transit im Jahr 2001 zu einer erneuten Ökopunktekürzung für das Jahr 2002 führt."

Zwischenzeitlich ist eine Öffnung des Gotthard-Straßentunnels für Lkw ab 21.12.2001 angekündigt worden. Allerdings wird der Tunnel für den Schwerverkehr abwechselnd jeweils nur in eine Richtung geöffnet werden.

Frankfurt am Main, den 18.12.2001

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