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Retroreflektierende Markierung von Nutzfahrzeugen

Der BGL unterstützt jede sinnvolle Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Bereits seit Jahren werden gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr), der Zentrale der Straßenverkehrsgenossenschaften (SVG) und der Herstellerindustrie Aktionen zur Förderung retroreflektierender Markierungen an Nutzfahrzeugen initiiert oder begleitet. So fordert der BGL seine Mitglieder schon seit Langem auf, bei Investitionen in Neufahrzeuge gleichzeitig retroreflektierende Markierungen zu ordern. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass retroreflektierend markierte Fahrzeuge bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen für die Verkehrsteilnehmer ein erheblich geringeres Unfallrisiko aufweisen.

Diese Erkenntnis führte zur Markierungspflicht von Nutzfahrzeugen (Neue Typgenehmigung bzw. Neufahrzeuge) zunächst gemäß ECE-Regelung und schließlich nach EU-Recht.

Seit 10. Oktober 2007 müssen bei Beantragung einer neuen Typgenehmigung für Lkw (ZGM> 7,5t) und Anhänger (ZGM> 3,5t) für den Anbau der Beleuchtungseinrichtung gem. ECE-R481) Änderungsserie 03 diese Fahrzeuge mit retroreflektierenden Markierungen ausgestattet sein. Je nach Genehmigungs- bzw. Zulassungsverfahren müssen bis spätestens zum 10. Juli 2011 alle erstmals in Verkehr kommenden schweren Nutzfahrzeuge retroreflektierend markiert werden.

In der Richtlinie ECE-R48 werden unter „Auffällige Markierung“ unterschiedliche Markierungsmethoden definiert:

Auffällige Markierung“ ist eine Einrichtung, die dazu dient, die Erkennbarkeit eines Fahrzeugs von der Seite oder von hinten durch Reflexion von Licht zu erhöhen, das von einer Lichtquelle ausgeht, die nicht an dem angestrahlten Fahrzeug angebracht ist, wobei sich der Beobachter in der Nähe der Lichtquelle befindet“.

Die Auffällige Markierung unterscheidet zwischen Konturmarkierung und Linienmarkierung.

Die Konturmarkierung ist eine auffällige Markierung, die dazu dient, die horizontalen und vertikalen Abmessungen (Länge, Breite, Höhe) eines Fahrzeugs anzuzeigen. Unterschieden wird zwischen

  • Vollkontur-Markierung, d.h. die Konturmarkierung des Fahrzeuges im Umriss mit einer durchgehenden Linie und
  • Teilkontur-Markierung, d.h. die Markierung des Fahrzeuges in der Horizontalen mit einer durchgehenden Linie und in der Vertikalen mit einer oberen Eckmarkierung.

Die Linien-Markierung ist die Markierung des Fahrzeuges in der Länge und Breite mit einer durchgehenden Linie.

Das retroreflektierende Markierungsmaterial muss den Anforderungen der ECE-R1042) entsprechen. Als Farben sind zu verwenden:

  • Weiß oder gelb für die seitliche Markierung
  • Rot oder gelb für die rückwärtige Markierung

Die EU-Mitgliedsstaaten können für ihr Land auch die Farbe weiß für die rückwärtige Markierung gestatten.

Obligatorisch ist die Ausrüstung mit retroreflektierender Markierung für Fahrzeuge der Kategorien N23) mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 7,5 t, N34), O35) und O46) in nachfolgender Ausführung:

  • Rückwärtige Markierung als Vollkontur-Markierung
  • Ausgenommen: Sattelzugmaschinen, Fahrgestelle/ unkomplettierte Fahrzeuge
  • Seitliche Markierung als Teilkontur-Markierung
  • O. g. Fahrzeugkategorien mit einer Fahrzeuglänge von mehr als 6 m (inkl. Anhängerdeichsel)
  • Ausgenommen: Sattelzugmaschinen, Fahrgestelle/ unkomplettierte Fahrzeuge
  • In den Fällen, in denen die vorgeschriebene Rückwärtige Markierung und Seitliche Markierung nicht möglich ist, soll zumindest eine Linien-Markierung angebracht werden.

Optional ist die Ausrüstung mit retroreflektierender Markierung für alle anderen Fahrzeuge, außer den Kategorien M17) und O18) möglich.

Die Richtlinie legt zusätzliche Anforderungen an Mindestlängen und Mindestbreiten der Markierungen in Bezug auf die Fahrzeuglänge und –breite fest.

Der BGL hat sich an die Hersteller von Nutzfahrzeugen und Aufbauten gewandt und diese aufgefordert, möglichst schnell eine serienmäßige Ausstattung mit retroreflektierenden Markierungen anzubieten. Lösungen, die dem Einsatz im Nutzfahrzeug-Alltag gerecht werden sollen, müssen allerdings sorgfältig entwickelt und überdacht werden.

Beispielsweise ist die Anbringung der retroreflektierenden Markierung auf Planen mit den heute üblichen Umsetzungsvarianten nach aktuellen Erkenntnissen des BGL nicht zufriedenstellend. Witterungsbedingte und mechanische Beanspruchungen (durch z.B. regelmäßiges Öffnen und Schließen der Planen) setzen der Dauerhaltbarkeit deutliche Grenzen. Zudem garantieren die Folienhersteller nur auf neuen bzw. neuwertigen Planen eine ausreichend feste Klebung. Der BGL sieht hier noch erheblichen Handlungsbedarf! Retroreflektierendes Folienmaterial muss in jedem Fall so angebracht werden, dass es bei Beschädigungen mit einfachen Mitteln und kostengünstig austauschbar ist.

Der BGL wird auch weiterhin für diesen wichtigen gemeinsamen Beitrag von Transportgewerbe und Nutzfahrzeug- bzw. Aufbautenherstellern zur Verkehrssicherheit werben und auch die Erarbeitung von praxistauglichen Lösungsansätzen unterstützen.

Retroreflektierendes Markierungsmaterial kann über die Vertriebsstellen der SVG bezogen werden. Als Ansprechpartner steht Ihnen Herr Kegler, HGK, unter der Tel.-Nr. 0211 / 73 47 160 oder unter kegler@svg-hgk.de zur Verfügung.

1)     ECE-R48: Einheitlich Bedingungen für die Genehmigung der Fahrzeuge hinsichtlich des Anbaus der Beleuchtung- und Leuchtsignaleinrichtungen
2)     ECE-R104: Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung retroreflektierender Markierungen für schwere und lange Nutzfahrzeuge und ihre Anhänge
3)     Klasse N2: Fahrzeuge zur Güterbeförderung, deren Gesamtmasse 3,5 t übersteigt, aber nicht mehr als 12 t beträgt
4)     Klasse N3: Fahrzeuge zur Güterbeförderung, deren Gesamtmasse 12 t übersteigt
5)     Klasse O3: Anhänger, deren Gesamtmasse 3,5 t übersteigt, aber nicht mehr als 10 t beträgt
6)     Klasse O4: Anhänger, deren Gesamtmasse 10 t übersteigt
7)     Klasse M1: Fahrzeuge zur Personenbeförderung, die außer dem Führersitz über höchstens 8 Sitzplätze verfügen
8)     Klasse O1: Anhänger, deren Gesamtmasse 750 kg nicht übersteigt
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