Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
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Verkehrssicherheit

Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen auf hohem Niveau

Die Verkehrssicherheitsbilanz auf Deutschlands Straßen verbesserte sich in den letzten Jahrzehnten beachtlich. So kann seit der Wiedervereinigung ein deutlicher Rückgang der Zahl der Verkehrstoten verzeichnet werden.

Im Jahr 2011 konnte im Gegensatz zu den vorherigen Jahren auf deutschen Straßen kein neuer historischer Tiefststand beim Unfallgeschehen seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik im Jahr 1950 verzeichnet werden: So zählte das Statistische Bundesamt 4 002 Verkehrstote. Das waren zwar 9,7 Prozent oder 354 Getötete mehr als im Vorjahr, allerdings auch die zweitniedrigste bisher zu verzeichnende Zahl. Gegenüber dem Jahr 2009, in dem 4 152 Todesopfer zu beklagen waren, bedeutet dies einen Rückgang um 150 Personen oder 3,6 Prozent. Seit 1970 mit 21 332 Getöteten sank die Zahl der Todesfälle im Straßenverkehr bis 2011um mehr als 81 Prozent! Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ist gegenüber 2010 um 6,1 Prozent auf 305 938 gestiegen. Damit einhergehend hat sich auch die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr um 5,6 Prozent auf 391 932 erhöht. Die Gesamtzahl der Unfälle im Straßenverkehr ist gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent auf 2,34 Mio. (gegenüber 2,41 Mio.) gesunken. Diese Abnahme ist auf das rückläufige Unfallgeschehen „nur“ mit Sachschaden zurückzuführen. Dieses hat sich um 3,8 Prozent von 2,12 Mio. im Jahr 2010 auf 2,04 Mio. Unfälle im Jahr 2011 verringert. Das Statistische Bundesamt sieht die Gründe für den Anstieg der Unfälle mit Personenschaden in den im Vergleich zu den Vorjahren milden Wintermonaten, dem warmen, trockenen Frühling sowie dem milden Herbst 2011. Bei günstigen Witterungsbedingungen werde mehr und dabei häufig schneller gefahren. Zudem seien mehr ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Zweiradfahrer unterwegs. Im Jahr 2010 herrschten in den ersten zweieinhalb Monaten sowie im Dezember dagegen winterliche Straßenverhältnisse vor, so dass in der Folge das Unfallgeschehen aufgrund geringerer Fahrleistungen zurückging.

Das bevölkerungsbezogene Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden, ist von 14 Getöteten je 100 000 Einwohner im Jahr 1991 auf 4,9 Getötete je 100 000 Einwohner im Jahr 2011 deutlich gesunken. Damit zählt Deutschland bei der Verkehrssicherheit zu den führenden Ländern innerhalb der EU (Europäische Union).

Eine zu Vergleichszwecken in der EU notwendige EU-einheitliche Definition für Schwer- und Schwerstverletzte wurde bislang noch nicht geschaffen. Weiterhin ist ein fundiertes Wissen über die medizinischen Folgen von Unfällen mit Personenschaden, vor allem bei den besonders schwer verletzten Opfern, nur begrenzt vorhanden. Daher soll das EU-Programm für Straßenverkehrssicherheit 2011 bis 2020 nun länderübergreifend - neben dem Ziel der Halbierung der Anzahl der Verkehrstoten innerhalb der EU - auch der Erfassung der schwerstverletzten Opfer eine stärkere Beachtung schenken. Im Straßenverkehr soll nach Vorstellungen der EU-Kommission kein Mensch mehr so schwer verletzt werden, dass er lebenslange Schäden davonträgt.

Auch im Straßengüterverkehr konnte war im Jahr 2011 eine analoge Unfallentwicklung zu beobachten. Die Anzahl der Getöteten bei Unfällen mit Lkw aller Größenklassen stieg gegenüber dem Vorjahr von 859 um 30 Personen bzw. 3,5 Prozent auf 889. Dies entspricht dem Niveau des Jahres 2009, in dem als damaliger Tiefststand 890 Todesopfer im Vergleich zu beklagen waren. 1992 wurde noch 1 883 Getötete verzeichnet. In der Langzeitbetrachtung hat sich damit 2011 die Zahl der bei Lkw-Unfällen ums Leben gekommenen Personen gegenüber 1992, dem Jahr der Wiedervereinigung, um 52,8 Prozent verringert. Im gleichen Zeitraum haben die Transportleistungen von Lkw um über 80 Prozent zugenommen, so dass sich auf die erhöhten Transportaktivitäten bezogen ein insgesamt deutlich rückläufiges Unfallgeschehen ergibt. Als Getötete gelten im Übrigen in der amtlichen deutschen Unfallstatistik „Personen, die innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen sterben“.

Wie im Jahr 2010 ist auch für 2011 eine Zunahme der Schwerverletzten bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung aller Größenklassen festzustellen. Gegenüber 2010 hat sich diese Zahl im Jahr 2011 von 7 557 auf 7 785 Personen erhöht, was einer Steigerung von 3,0 Prozent entspricht. Gegenüber dem Jahr 2008 mit einem damals historischen Tiefststand (in Bezug auf das Jahr 1992) von 7 992 schwerverletzten Personen bedeutet dies dennoch einen Rückgang um 207 Personen bzw. 2,6 Prozent. Im Vergleich zu 13 345 Schwerverletzten im Jahr 1992 ist 2011 die Anzahl schwerverletzter Personen um insgesamt 41,7 Prozent zurückgegangen. Als Schwerverletzte gelten in der amtlichen deutschen Unfallstatistik „Personen, die unmittelbar zur stationären Behandlung (mindestens 24 Stunden) in einem Krankenhaus aufgenommen wurden“.

Mit Blick auf die Verkehrsentwicklung lassen sich nachfolgende Feststellungen treffen: Im Zeitraum von 1992 bis 2011 stieg die Transportleistung auf deutschen Straßen von 252,3 Mrd. tkm auf 460,0 Mrd. tkm (+ 82,3 Prozent). Die Zahl der auf die Transportleistung bezogenen Unfalltoten (Getötete pro 1 Mrd. tkm) sank dagegen seit 1992 von 7,5 Personen kontinuierlich auf 1,9 Personen im Jahr 2011, dem bisherigen absoluten Tiefststand. Dies entspricht einem Rückgang um 74,7 Prozent. Bei den Schwerverletzten ergibt sich eine gleichgelagerte Entwicklung. Pro Mrd. tkm sank die Zahl der Schwerverletzten von rechnerisch 52,9 Personen im Jahr 1992 auf rechnerisch 16,9 Personen im Jahr 2011. Dies entspricht einem Rückgang um fast 68,1 Prozent.

Als Spitzenverband des deutschen Transportgewerbes erachtet es der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. als selbstverständlich, die hohen Herausforderungen, die an die zukünftige Verkehrssicherheitsarbeit auch auf europäischer Ebene gestellt werden, anzunehmen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde hat der BGL im Rahmen der International Road Transport Union (IRU) gemeinsam mit weiteren internationalen Verbänden des Güterkraftverkehrgewerbes die EU-Charta für die Straßenverkehrssicherheit gezeichnet. Damit geht das deutsche Straßentransportgewerbe die freiwillige Selbstverpflichtung ein, Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu ergreifen, die über das gesetzlich geforderte Maß hinaus gehen.

Gerade in den letzten Jahren konnten im Rahmen von Ordnungs- und Sicherheitspartnerschaften, durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit sicherheitsrelevanten Institutionen und Verbänden wichtige Aktionen zur Förderung der Verkehrssicherheit durchgeführt werden.

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