Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
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Verkehrssicherheit

Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen auf hohem Niveau

Die Verkehrssicherheitsbilanz auf Deutschlands Straßen verbesserte sich in den letzten Jahrzehnten beachtlich. So kann seit der Wiedervereinigung ein deutlicher Rückgang der Zahl der Verkehrstoten verzeichnet werden.

Der seit Jahren zu beobachtende Trend rückläufiger Unfallopferzahlen setzte sich im Jahr 2013 fort. Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland sank auf den bisher niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1950. Nachdem dieser Wert der Verkehrstoten im Jahr 2012 in Deutschland im Vergleich zum Jahr 2011 um 10,2 Prozent von 4 009 auf 3 600 gesunken war, ist für das Jahr 2013 ein weiterer Rückgang auf 3 339 Verkehrstote zu verzeichnen. Dies sind 7,3 Prozent oder 261 Getötete weniger als im Vorjahr. Damit konnte im Jahr 2013 – nach dem vorübergehenden Anstieg der Unfallzahlen im Jahr 2011 – der langfristige positive Trend in der Entwicklung des Unfallgeschehens im Straßenverkehr in Deutschland fortgesetzt werden. Erklärtes Ziel der Bundesregierung nach dem Verkehrssicherheitsprogramm 2011 ist es, die Anzahl der Todesopfer im Straßenverkehr – ausgehend von 2011 mit 4 009 Getöteten – bis 2020 um weitere 40 Prozent auf weniger als 2 400 Getötete zu senken. Der BGL und seine Mitgliedsunternehmen begrüßen diese ehrgeizige Zielvorgabe.

Die meisten Verkehrstoten waren mit einem Anteil von 57,9 Prozent auf Landstraßen zu verzeichnen. Der Anteil innerorts getöteter Personen betrug 29,3 Prozent. Auf Autobahnen kamen 12,8 Prozent der bei Straßenunfällen getöteten Menschen ums Leben.

Seit dem Jahr 1970 mit 21 332 Getöteten sank die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr um mehr als 84 Prozent! Als Getötete gelten in der amtlichen deutschen Unfallstatistik „Personen, die innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen sterben“.

Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ging gegenüber dem Vorjahr 2012 ebenfalls zurück, und zwar um 2,8 Prozent auf 291 105. Dadurch war auch die Zahl der Verletzten rückläufig. Diese sank um 2,7 Prozent auf 377 481. Eine amtliche Definition für „Verletzte“ existiert nicht. Lediglich „Schwerverletzte“ sind in der amtlichen deutschen Unfallstatistik definiert als „Personen, die unmittelbar zur stationären Behandlung (mindestens 24 Stunden) in einem Krankenhaus aufgenommen wurden“. 2013 wurden 2,414 Mio. Straßenverkehrsunfälle polizeilich erfasst. Dies ist eine leichte Zunahme um 0,5 Prozent gegenüber 2012 mit 2,401 Mio. erfassten Unfällen.

Die insgesamt positiven Entwicklungen schlagen sich unmittelbar auf das bevölkerungsbezogene Risiko nieder, im Straßenverkehr getötet zu werden. Dies hat sich von 14 Getöteten je 100 000 Einwohner im Jahr 1991 – dem ersten Jahr der statistischen Erfassung Gesamtdeutschlands nach der Wiedervereinigung – auf 4,1 Getötete je 100 000 Einwohner im Jahr 2013 deutlich verringert. Diese Zahl gilt es trotz aller Fortschritte weiter zu senken.

Die ebenfalls sinkenden Unfallzahlen im Straßengüterverkehr sind Ansporn und Verpflichtung zugleich. Für 2013 konnte ein neues Allzeittief bei der Zahl der Getöteten durch Unfälle mit Lkw-Beteiligung aller Größenklassen verzeichnet werden. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr 2012 betrug 6,5 Prozent von 812 auf 759 getötete Personen. Damit hat sich die Zahl der bei Lkw-Unfällen ums Leben gekommenen Menschen seit deren erster statistischer Erfassung für Gesamtdeutschland im Jahr 1992 um 59,7 Prozent verringert!

Die Anzahl der Schwerverletzten bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung hat sich gegenüber dem Jahr 2012 ebenfalls verringert, und zwar von 7 524 auf 7 031 Personen. Dies entspricht einem Rückgang von 6,6 Prozent. Im Vergleich zu 13 345 Schwerverletzten im Jahr 1992 ist dies ein Rückgang um 47,3 Prozent!

Unter Berücksichtigung der Verkehrsentwicklung in Deutschland lassen sich Aussagen zur Entwicklung der Verkehrssicherheit treffen. So stieg im Zeitraum von 1992 bis 2013 die Transportleistung auf deutschen Straßen von 252,3 Mrd. tkm auf 453,0 Mrd. tkm, was einer Zunahme von 79,5 Prozent entspricht. Die Zahl der auf die Transportleistung bezogenen tödlichen Unfälle, also die Anzahl Getöteter pro 1 Mrd. tkm, sank seit 1992 von rechnerisch 7,5 Personen auf 1,7 Personen im Jahr 2013, was einen Rückgang um 77 Prozent bedeutet. Dies entspricht zugleich einem bisherigen absoluten Tiefststand, der unternommene Anstrengungen belohnt, aber weitere Herausforderungen begründet.

Zahlen über Schwerverletzte bei Unfällen unter Lkw-Beteiligung aller Größenklassen dokumentieren eindrucksvoll, wie sich Verkehrssicherheitsarbeit im Verbund mit besserer Fahrzeugtechnik bewährt. Pro Mrd. tkm hat sich die Zahl der Schwerverletzten von rechnerisch 52,9 Personen im Jahr 1992 auf 15,5 Personen im Jahr 2013 vermindert. Dies entspricht einem Rückgang um 70,6 Prozent.

Trotz erheblicher Zunahme der Transportleistung ist also in den letzten 21 Jahren die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung stark zurückgegangen.

Der BGL ist über die positive Gesamtentwicklung des Verkehrsunfallgeschehens sehr erfreut und sieht sich dadurch in seiner mannigfaltigen Verkehrssicherheitsarbeit bestätigt. Stetige Verbesserung von sicherheitstechnischen Fahrzeugausstattungen und Assistenzsystemen sowie intelligente Verkehrsleittechniken leisten aus Sicht des BGL hierzu einen wesentlichen Beitrag. Dennoch darf diese positive Entwicklung nicht zur tatenlosen Selbstzufriedenheit verleiten. Jedes Unfallopfer im Straßenverkehr ist eines zuviel und Unfälle jeglicher Art müssen vermieden werden. Als Spitzenverband des Transportlogistikgewerbes wird der BGL daher seine Aktivitäten auf den verschiedenen Ebenen der Verkehrssicherheitsarbeit – angefangen mit Aufklärungsaktionen vor Ort bis hin zur Gesetzgebung – fortsetzen. Die sichere Ausgestaltung der Fahrzeugtechnik, die geeignete Gestaltung der Infrastruktur sowie das verkehrssichere Verhalten der Verkehrsteilnehmer stehen dabei im besonderen Fokus. Moderne Assistenz- und Sicherheitstechniken berechtigen zu der Annahme, dass weitere signifikante Fortschritte in der Sicherheitsbilanz möglich sind.

Als Spitzenverband des deutschen Transportgewerbes erachtet es der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. als selbstverständlich, die hohen Herausforderungen, die an die zukünftige Verkehrssicherheitsarbeit auch auf europäischer Ebene gestellt werden, anzunehmen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde hat der BGL im Rahmen der International Road Transport Union (IRU) gemeinsam mit weiteren internationalen Verbänden des Güterkraftverkehrgewerbes die EU-Charta für die Straßenverkehrssicherheit gezeichnet. Damit geht das deutsche Straßentransportgewerbe die freiwillige Selbstverpflichtung ein, Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu ergreifen, die über das gesetzlich geforderte Maß hinaus gehen.

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