Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2010

25.01.2010
DIW-Wegekostenstudie blendet nichts aus, sondern hält sich an die Vorgaben der EU-Wegekostenrichtlinie.

Anderenfalls hätten z.B. auch die Umweltfolgekosten des hohen Atomstromanteils im Schienenverkehr berücksichtigt werden müssen.

BGL, Frankfurt am Main, 25.01.2010: Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. in Frankfurt am Main stellt klar, dass die von Eisenbahnvertretern aufgestellte Behauptung, die neue DIW-Wegekostenstudie blende die Umweltfolgen aus, unzutreffend ist. Das DIW hat für Schiene und Straße auftragsgemäß die Infrastrukturkosten nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten ermittelt. Zu Umweltfolgekosten existieren bisher nur im Auftrag der Eisenbahnen beschönigte Gutachten, die ausblenden, dass der Löwenanteil des Traktionsstromes im europäischen Schienenverkehr aus Atomkraftwerken und fossilen Energieträgern ­– die bekanntermaßen von Umweltschützern als klimaschädlich angesehen werden – stammt. Bei den Lärmkosten hat die Schiene die vordringlichsten Hausaufgaben zu machen, da Güterzüge in der Nacht mit Lärmspitzenwerten von bis zu 100 dB(A) die Bevölkerung aus dem Schlaf reißen. Startende und landende Flugzeuge sind dagegen besehen geradezu „flüsternde“ Verkehrsmittel.

Das Transportgewerbe sieht deshalb der separat zu führenden Diskussion um die Anlastung gesellschaftlicher Kosten gelassen entgegen. Solange der Schienengüterverkehr gerade einmal 10 % seiner volkswirtschaftlichen Wegekosten deckt, ist die Kostenwahrheit im Verkehr alles andere als in den Marktpreisen widergespiegelt. „Wer im Glashaus sitzt, sollte vorsichtig mit Steinewerfen sein“, meint BGL-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Karlheinz Schmidt. „Der Verbraucher und Nutzer der Straße zahlt schon mehr als genug, was nicht jeder selbsternannte ‚umweltfreundliche’ Verkehrsträger von sich behaupten kann.“

Wer immer noch glaubt, dass etwaige Umweltfolgekosten-Gebühren zum Abbau dieser Umweltfolgen eingesetzt würden, sollte sich vor Illusionen hüten: Die Lkw-Maut beispielsweise wird zwar vorgeblich für die Abnutzung der Straßeninfrastruktur gezahlt, tatsächlich stehen aber 12,767 Mrd. € Mauteinnahmen der Jahre 2005 bis 2008 nur 5,456 Mrd. € Investitionen in die Straßeninfrastruktur aus Mautmitteln in dieser Zeit gegenüber!

Ihr Ansprechpartner ist Martin Bulheller: Tel. 069/7919-277; presse@bgl-ev.de

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