Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2009

31.03.2009
BMVBS ignoriert mit zunehmendem Realitätsverlust offizielle Mautdaten.

BGL bekräftigt: Durchschnittsmaut weit höher als vom BMVBS schön gerechnet.

BGL, Frankfurt am Main, 31.03.2009: Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. in Frankfurt am Main bekräftigt seine Kritik am BMVBS. Dessen Reaktion auf die betreffende BGL-Pressemitteilung vom 25.03.09 lege die Vermutung nahe, dass man dort die offiziellen Maut-Daten ignoriere. Die unzutreffende Behauptung, dass die Lkw-Maut in Deutschland zu Jahresbeginn von durchschnittlich 13,5 Cent/km auf lediglich 16,3 Cent/km erhöht worden sei, wird auch durch ständiges Wiederholen nicht richtiger. Die Mauthöhe, die die Transportunternehmen zu Jahresbeginn 2009 zu zahlen haben, beträgt 18,5 Cent/km, und das ist amtlich! Die schön gerechnete Zahl von 16,3 Cent/km ist nur in der ferneren virtuellen Zukunft erklärbar und auf abenteuerliche Weise spekulativ (s. Abb.1). So wurde für 2010 der Anteil an hochbemauteten Euro III-Lkw auf winzige 4 % herunter gerechnet. Im Jahre 2008 lag dieser noch bei stolzen 49,1 %. Dafür sollen in 2010 96 % aller Lkw den beiden am niedrigsten bemauteten Fahrzeugklassen angehören (Anteil anno 2008: 40,6 %). Aber selbst wenn der Fuhrpark zu nahezu 100 % durch das „ausgeblutete“ deutsche Gewerbe in nur drei Jahren ausgetauscht werden könnte, ändert dies nichts an der aktuellen Mautrechnung: Diese fällt um 47 % höher aus!

Da klingt es aus dem Ministerium schon sehr vermessen, wenn damit gedroht wird, wer daran etwas ändern wolle, müsse die Streichung von Infrastrukturinvestitionen hinnehmen. „Wie bitteschön wird die Aufstockung der Verschrottungsprämie für Pkw gegenfinanziert? Hoffentlich nicht durch die Streichung zukunftsträchtiger Investitionen“, meint BGL-Präsident Hermann Grewer. Das Argument, die Mautmittel stünden zusätzlich für die Infrastrukturfinanzierung zur Verfügung, sticht sowieso nicht, wie die Finanzplanung des Bundes beweist (s. Abb. 2). Schlimm daran ist, dass durch die Mauterhöhung rund 50.000 Arbeitsplätze unmittelbar bedroht sind. Der Minister steht dafür in der Mitverantwortung.

Abb. 1 Emissionsklassenanteile an den Mautkilometern

Abb. 2 Straßen-Verkehrsinvestitionen des Bundes

Ihr Ansprechpartner ist: Martin Bulheller, Tel. 069/7919-277; presse@bgl-ev.de

  ANTEILE_DER_EMISSIONSKLASSEN_2006-2010.PDF
  STRAßEN-VERKEHRSINVESTITIONEN_DES_BUNDES_2003-2012.PDF

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