Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2009

16.10.2009
Aktuelle DIW-Wegekostenberechnung zeigt: Pkw und Lkw decken ihre Wegekosten.

BGL - ADAC - BDI

Frankfurt am Main/München/Berlin, 16.10.2009: Nach 10 Jahren hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., des ADAC und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) seine Wegekostenberechnungen für die Verkehrsträger Straße und Schiene aktualisiert. Eine Überarbeitung war notwendig geworden aufgrund verkehrspolitischer Änderungen, z.B. die Einführung der Lkw-Maut und die Neufassung der EU-Wegekostenrichtlinie, durch neue Erkenntnisse zur Methodik bei der Ermittlung von Wegekosten und durch Änderungen in der Datenbasis. Die Studie „Wegekosten und Wegekostendeckung des Straßen- und Schienenverkehrs in Deutschland im Jahre 2007“ brachte folgende Ergebnisse:

Insgesamt flossen dem deutschen Staat im Jahr 2007 Wegeeinnahmen aus dem Straßenverkehr in Höhe von 47,2 Mrd. EUR zu. Der Löwenanteil entfiel auf gezahlte Energiesteuern (35,0 Mrd. EUR), hinzu kamen Kfz-Steuereinnahmen von den Straßennutzern in Höhe von 8,9 Mrd. EUR und Mauteinnahmen von 3,3 Mrd. EUR. Damit konnten die entstandenen Wegekosten (Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen und laufende Kosten) in Höhe von 31,7 Mrd. EUR mehr als gedeckt werden. -Bei der Schiene standen Wegeeinnahmen durch Trassenentgelte in Höhe von 4,5 Mrd. EUR und gezahlten Energie- und Stromsteuern (0,4 Mrd. EUR) Wegekosten in Höhe von 10,6 Mrd. EUR gegenüber.

Besonders bemerkenswert: Deutsche Lkw deckten ihre Wegekosten mit 99 Prozent bereits vor der zum 1. Januar 2009 erfolgten Mauterhöhung nahezu vollständig. 1997, also vor Einführung der Lkw-Maut, hatte der Deckungsgrad für deutsche Lkw noch bei 75,8 Prozent gelegen. Noch deutlich höher lag 2007 die Wegekostendeckung inländischer Pkw mit 208 Prozent. Dieser Wert ist geringfügig niedriger als vor 10 Jahren (218 Prozent), was allerdings u.a. wegen verringertem Kraftstoffverbrauch beim Pkw nicht überraschen kann.

Im Personenverkehr deckte nach Berechnungen des DIW die Deutsche Bahn AG durch Trasseneinnahmen und Energiesteuerzahlungen ihre Wegekosten zu 90 Prozent. Eine deutliche Überdeckung erzielte die Bahn im Schienenpersonennahverkehr, der seit dem Regionalisierungsgesetz über eine sehr solide finanzielle Basis verfügt. Im Güterverkehr lag die Wegekostendeckung laut DIW bei 11 Prozent.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Mauterhöhung für Lkw und von einigen geführter Diskussionen um die Einführung einer Pkw-Maut müssen auch die hohen Wegekostendeckungsgrade bei isolierter Betrachtung von Autobahnen und Bundesstraßen in den Blick genommen werden: Inländische Pkw deckten ihre Wegekosten auf den Bundesfernstraßen zu über 340 Prozent, deutsche Lkw zu über 180 Prozent. Auf Autobahnen zahlten deutsche Pkw sogar das Vierfache (415 Prozent) dessen, was sie an Wegekosten verursachten, deutsche Lkw mehr als das Doppelte (231 Prozent).

Die neue DIW-Berechnung macht deutlich, dass weder im Personen- noch im Güterverkehr auf der Straße Diskussionen über zusätzliche Belastungen der Nutzer mit Verweis auf die Deckung von Wegekosten gerechtfertigt sind. Selbst ausländische Fahrzeuge deckten – trotz Zunahme der „Grauimporte“ von im Ausland getankten Treibstoffen nach Deutschland – ihre Wegekosten bei den Pkw zu fast 90 Prozent, bei den Lkw dank Lkw-Maut zu über 50 Prozent.

Ihr Ansprechpartner ist Martin Bulheller: Tel. 069/7919-277; presse@bgl-ev.de

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