Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2007

19.10.2007
Biokraftstoffe – Klimaschutz um JEDEN Preis?

BGL, Frankfurt am Main – Die lange Zeit einseitig kritiklos geführte öffentliche Diskussion um Biokraftstoffe hat in den letzten Monaten zunehmend rationalen und ganzheitlichen Herangehensweisen an das Thema Platz gemacht. Dies begrüßt der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. aus Frankfurt am Main ausdrücklich.

Ein Produkt ist nicht umweltfreundlich, indem man es dazu erklärt, sondern auf Grund gewisser spezifischer Eigenschaften. Bei allem Enthusiasmus, das Gute zu wollen, dürfen die Augen nicht vor möglichen Nachteilen des jeweiligen „Allheilmittels“ geschlossen werden. So verhält es sich auch mit den Biotreibstoffen: Klimaschutz dank nachwachsender Rohstoffe heißt die Devise. Dass es so einfach nicht ist, zeigt eine Schweizer Studie, wonach die CO2-Belastung z.B. bei der Verwendung von Biodiesel aus Sojaöl bzw. Ethanol aus Kartoffeln oder Roggen im Vergleich zu mineralischem Diesel – ganzheitlich betrachtet – sogar ansteigt (siehe Anlage). Auch erzeugen manche „Biospritpflanzen“ Lachgas, welches mehr als 20mal klimaschädlicher ist, als das eigentlich bekämpfte CO2!

Grundsätzlich muss an dieser Stelle auch einmal die Frage gestellt werden dürfen: Ist es ethisch nicht verwerflich, Lebensmittel „durch den Auspuff zu jagen“? Ist es nicht dekadent, auf der einen Seite den Hunger in der Welt der Gegenwart bekämpfen zu wollen, aber auf der anderen Seite gleichzeitig die hierfür verwendbaren Lebensmittel zu „verheizen“, damit in denselben Ländern in 50 Jahren der Wasserspiegel (hoffentlich) ein paar Zentimeter niedriger ist oder zumindest nicht steigt?

 

Frankfurt am Main, 19.10.2007

  BIOKRAFTSTOFFE.PDF

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