Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2007

13.04.2007
Neue EU-Lenk- und Ruhezeiten: Erhöhung der Verkehrssicherheit duch längere „Unruhepausen“ der Lkw-Fahrer? Der BGL stellt klar.

BGL. Frankfurt/M. – Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. wehrt sich nachdrücklich gegen Falschdarstellungen auf Grundlage von Zitaten, die aus dem Zusammenhang eines dpa-Inverviews gerissen wurden.

Es trifft nicht zu, ein Vertreter des BGL habe in diesem Interview geäußert, die Beförderungspreise im Straßengüterverkehr seien künftig anzuheben, um Bußgelder wegen vermehrter Verstöße gegen die neuen EU-Sozialvorschriften aufzufangen. Auch sei nicht behauptet worden, dass im stauverseuchten Deutschland im Interesse der Wirtschaft kein Fahrer nach einem Stau ruhen könne.

Zutreffend sei allerdings, dass durch die neuen EU-Lenk- und Ruhezeiten die Flexibiliät im Straßentransport weiter reduziert wird. Weniger Flexibilität bedeutet automatisch, dass die Zahl der Verstöße aufgrund der Unwägbarkeiten im Transportablauf zunehme. Die höhere Inflexibilität führe zwangsläufig zu höheren Transportkosten und damit zu steigenden Transportpreisen. Unbestreitbar sei, dass die Einhaltung sorgfältiger Routenplanungen im staubelasteten Deutschland ebenso immer schwieriger werde wie das Auffinden freier Parkplätze auf Autobahnraststätten, um die vorgegebenen Ruhezeiten einzuhalten.

Der BGL betont, dass die insgesamt erlaubte Lenkzeit durch die neue EU-Regelung im Übrigen gar nicht verringert wird. Nach wie vor gelte die Vorschrift einer maximal 90stündigen Lenkzeit innerhalb von 2 Wochen. Problematischer werde aber die Einteilung dieser Lenkzeit innerhalb dieses Zwei-Wochen-Zeitraums. So komme es immer wieder vor, dass ein im internationalen Fernverkehr eingesetzter Fahrer im Zeitraum von 56 Stunden Lenkzeit seinen Heimatort nicht mehr erreicht. Er wäre dann gezwungen, seine Wochenruhezeit auf einem Parkplatz bzw. einem Rasthof zu verbringen und nicht im Kreis seiner Familie mit hohem Erholungs- und Freizeitwert. Ein Lastwagenfahrer, der dazu verurteilt werde, z.B. 45 Stunden Wochenruhezeit an einem Rasthof in Saarbrücken statt zu Hause in Mannheim zu verbringen, von dem könne nicht die Einsicht verlangt werden, die einschlägige Regelung diene der Verkehrssicherheit. Tatsache ist, dass frustrierte Fahrer keineswegs die verkehrssichersten sind.

Der BGL stellt klar, dass es ihm nicht um längere Lenk- und Arbeitszeiten im Transportgewerbe geht, sondern um mehr Eigenverantwortung für das Fahrpersonal. Innerhalb eines gesetzten Rahmens brauche der Fahrer mehr Flexibilität darüber zu entscheiden, wann und wo Ruhezeiten genommen werden. Dies führe zu höherem Erholungswert und damit zu mehr Verkehrssicherheit.

Frankfurt am Main, 13. April 2007

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