Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2006

12.09.2006
BGL-Vorstand bekräftigt seine Position zu veränderten Lkw-Maßen und -Gewichten und fordert eine breite Einbindung der interessierten Öffentlichkeit in laufende fahrtechnische Versuche

BGL. Frankfurt/M. – Angesichts der wachsenden Anzahl von Ausnahmegenehmigungen für die bundesweite Erprobung von veränderten Fahrzeugabmessungen und -gewichten untermauert der BGL-Vorstand seine bisherige Position und stellt 3 Hauptforderungen in den Mittelpunkt der Gewerbepolitik.

1. Effizienzgewinne im Landverkehr sind im Interesse der Kunden des Transport- und Logistikgewerbes. Dabei gilt es – soweit Effizienzgewinne durch geänderte Fahrzeugabmessungen und -gewichte angestrebt werden – die Multi-, Co- und Intermodalität der Verkehrsträger zu sichern und europafähige Lösungen umzusetzen. Nationale „Insellösungen“ werden durch das Transport- und Logistikgewerbe grundsätzlich nicht verfolgt, weil diese das Innovationsrisiko unkalkulierbar machen und dem Binnenmarkt entgegenstehen.

2. Der BGL-Vorstand fordert, dass Versuchsanordnungen und Ziele laufender Erprobungsversuche neuer Fahrzeugkonzepte, die von Standardmaßen und -gewichten abweichen, transparent gemacht und offengelegt werden. Dies gilt insbesondere für die fahrtechnischen sowie sicherheitsrelevanten Faktoren neuer Fahrzeugkonzepte. Anlage und Ergebnisse der Versuchsfahrten sind zudem in ihren betriebswirtschaftlichen Dimensionen zugänglich zu machen, um ggf. Effizienzgewinne zu quantifizieren und gewerbewirtschaftliche sowie gewerbepolitische Aspekte zu bewerten.

3. Der BGL-Vorstand erwartet, dass die von ihm öffentlich vorgetragenen Grundsatzfragen zum Einsatz geänderter Fahrzeugabmessungen und -gewichte in der Versuchsanordnung laufender Fahrversuche berücksichtigt werden, um schlüssige und allgemein verbindliche Erkenntnisse für Entscheider in Politik und Wirtschaft zu fördern. Dies gilt im besonderen Maße für fahrtechnische, sicherheitsrelevante und infrastrukturelle Themenstellungen, die maßgeblich über die einzelbetriebliche und volkswirtschaftliche Effizienz neuer Fahrzeugkonzepte entscheiden. In diesem Zusammenhang verweist der BGL darauf, den Dialog mit anderen Verkehrsteilnehmern nicht zu vernachlässigen, um den in der Öffentlichkeit erkennbar werdenden Vorbehalten mit objektiver Information zu begegnen. Ein breiter gesellschaftlicher Konsens ist unverzichtbar, wenn durch neue Fahrzeugkonzepte die ohnehin angeschlagene Akzeptanz des Lkw-Verkehrs in der Öffentlichkeit nicht weiter beeinträchtigt werden soll. Dies gilt im Übrigen auch für die Forderung, durch neu definierte Fahrzeugabmessungen und Höchstgewichte die Co-Modalität der Verkehrsträger und ihre Vernetzung zu verbessern, damit die optimale Arbeitsteilung der Verkehrsträger gestärkt wird.

Der BGL erwartet von der internationalen Nutzfahrzeugausstellung neue, klärende Impulse zu innovativen Fahrzeugkonzepten, um gewerbepolitisch wie auch gewerbewirtschaftlich das derzeit noch unklare Erscheinungsbild zu fokussieren.

Frankfurt am Main, den 12.09.2006

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