Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2006

12.07.2006
Hollands Fahrer arbeiten länger als die EU erlaubt

BGL. Frankfurt/M. – Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union müssen sich der europäischen Arbeitszeitvorschrift für Fahrer von LKW und Bussen, der EU-Richtlinie 2002/15/EG, unterordnen. Alle? Nicht ganz. Nach vorliegenden Presseinformationen leistet ein Mitgliedstaat der Europäischen Union „kreativen“ Widerstand gegen die Festlegung der Durchschnittsarbeitszeit von Fahrern auf 48 Wochenstunden. Bei diesem Mitgliedstaat handelt es sich um die Niederlande. Zumindest die Regierung vertritt dort die Auffassung, mit der von Brüssel verordneten Durchschnittsarbeitszeit weder das Transportaufkommen bewältigen noch die Fahrereinkommen sichern zu können. Obwohl besagte Richtlinie bereits bis Frühjahr des Jahres 2005 von allen Mitgliedstaaten in nationales Recht hätte umgesetzt sein müssen, verabschiedete das niederländische Kabinett kürzlich eine Arbeitszeitverordnung, die für niederländische Fahrer bis zu 55 Stunden an wöchentlicher Durchschnittsarbeitszeit erlauben soll. Dies hält der in Frankfurt am Main ansässige Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e. V. für eine unzweideutige Verletzung der EU-Vorgaben und er ist gespannt, wie die EU-Kommission auf das geplante Sozialdumping eines etablierten Mitgliedstaates zu reagieren gedenkt. „Es sei bislang nicht vorstellbar, dass europäische Rahmenbedingungen, die für eine Harmonisierung des Wettbewerbs in der Gemeinschaft sorgen sollen, einseitig von jedem Mitgliedstaat nach Gutdünken interpretiert und konterkariert werden“, so ein Sprecher des Verbandes.

Frankfurt am Main, den 12.07.2006

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