Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2004

23.03.2004
Klimaschutz durch Verkehrsverlagerung? --- Wohl kaum !!!

BGL. Frankfurt/M. – Selbst extreme Verkehrsverlagerungen, sowohl von der Straße auf die Schiene als auch umgekehrt, haben nur einen kaum erkennbaren Einfluss auf die CO2-Emissionen in Deutschland (vgl. Grafik):

· Selbst wenn man die erst für das Jahr 2015 im „Verkehrsbericht 2000“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen prognostizierten Verkehrsverlagerungen von der Straße auf die Schiene bereits heute realisiert hätte, wären die CO2-Emissionen in Deutschland nur um 1,3 % niedriger.

· Und selbst wenn es andererseits die Bahn, die als selbsternannter Klimaschützer der Nation auftritt, gar nicht mehr gäbe, wären die gesamten CO2-Emissionen in Deutschland um maximal 2,1 % höher. Nämlich dann, wenn der Personenverkehr der Bahn komplett durch Pkw und der Güterverkehr durch den Lkw ersetzt werden würde. Falls jedoch der Personenverkehr komplett auf Busse verlagert würde – denen die DB AG selbst gegenüber der Bahn einen Vorteil in der CO2-Bilanz von 18 Gramm pro Personenkilometer (Pkm) im Fernverkehr und 15 Gramm/Pkm im Nahverkehr beimisst – würden sich die gesamten CO2-Emissionen in Deutschland sogar nur um marginale 0,9 % erhöhen.

Dies kann jeder, der möchte, nachrechnen:
Die DB AG weist im Beihefter zu ihrem „Umweltbericht 2002“ auf Seite 13 einen Vorteil der Bahn gegenüber dem Lkw in der CO2-Bilanz von 118 Gramm pro Tonnenkilometer (tkm) Verkehrsleistung und gegenüber dem Pkw von bis zu 128 Gramm pro Personenkilometer Verkehrsleistung aus. Die Verkehrsleistung der Eisenbahnen in Deutschland betrug im Jahre 2003 laut der im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen von der ProgTrans AG in Basel erstellten „Verkehrsprognose Winter 2003/2004“, Seiten 15 und 36 78,5 Mrd. tkm im Güterverkehr bzw. 71,2 Mrd. Pkm im Personenverkehr (davon 31,2 Mrd. Pkm im Fernverkehr und 40,0 Mrd. Pkm im Nahverkehr). Laut dem kürzlich vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen herausgegebenen und vom DIW, Berlin erstellten Standardwerk „Verkehr in Zahlen 2003/2004“, Seite 284 betrugen die gesamten CO2-Emissionen in Deutschland anno 2001 (aktuellstes Jahr) 871 Mio. Tonnen.

Stichwort „Atombahn“:
Ein großer Teil der CO2-Ersparnis ist auf den hohen Atomstromanteil der Schiene zurückzuführen. Laut dem Beihefter zum „Umweltbericht 2002“ der DB AG, Seite 15 stammen 28 % des Bahnstroms aus dieser umweltpolitisch nicht bevorzugten Energiequelle. Durch einfache Dreisatzrechnung ergibt sich, dass die Bahn – so sie auf die risikobehaftete Atomkraft verzichten würde – einen Anstieg ihrer CO2-Emissionen in Höhe von 38,9 % zu verzeichnen hätte. Bei einem Ausstoß von 7,4 Mio. t CO2 anno 2002 (siehe „Umweltbericht 2002“ der DB AG, vordere Innenseite) ergäben sich zusätzliche CO2-Emissionen durch die Bahn in einer Größenordnung von 2,9 Mio. t.

Frankfurt am Main, den 23.03.2004
  KLIMASCHUTZ.PDF

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