Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2003

31.10.2003
Marktverdrängung deutscher Lkw von deutschen Straßen

BGL. Frankfurt - Während das Güterverkehrsaufkommen deutscher Lkw auf deutschen Straßen - entsprechend der konjunkturellen Talfahrt - im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent sank, haben ihre ausländischen Konkurrenten im deutschen Binnenverkehr (Kabotage) ein Plus von 8,8 Prozent erzielen können. Selbst im Verkehr über deutsche Grenzen verbuchten sie ein weiteres Plus von 0,1 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich laut Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) auch bei den erbrachten Transportleistungen. Auch hier ein Minus von 1,7 Prozent bei deutschen Unternehmen. Bei den ausländischen Wettbewerbern jedoch ein Plus von 0,8 % im grenzüberschreitenden Verkehr und von 12,6 Prozent bei der Kabotage! „Wie lange will die deutsche Politik dieser offensichtlichen Marktverdrängung heimischer Transportunternehmen - durch die ausbleibende Harmonisierung im europäischen Wettbewerb verschuldet - eigentlich noch tatenlos zusehen?“ fragt der BGL. Schon heute würden deutsche Lkw nur noch rund 20 Prozent der Transportleistung im grenzüberschreitenden Verkehr erbringen, der Anteil gebietsfremder Lkw wachse jedoch von Jahr zu Jahr. Mit den MOE-Staaten liege der Marktanteil deutscher Unternehmen mittlerweile unter 10 % - mit einigen Ländern tendiere er gegen Null.

Der BGL führt weiterhin die schlechte Baukonjunktur - knapp 50 Prozent des gesamten Straßengütertransportvolumens entfallen auf die Gütergruppe „Steine und Erden“ - als Grund für die dramatischen Beschäftigungseinbrüche im nationalen Verkehrsmarkt an. Im Güternahverkehr gingen in 2002 das Transportaufkommen um 7,5 Prozent und die Transportleistung um 8,5 Prozent zurück. Marktforschungsinstitute gehen davon aus, dass die Güterverkehrsentwicklung mit ausländischen Lkw im Vergleich zu den inländischen im grenzüberschreitenden Verkehr stärker wachsen wird. Zusätzlich sei auch von weiteren Anteilsgewinnen gebietsfremder Lkw auf deutschen Straßen im Kabotageverkehr auszugehen.

BAG: „Immer mehr Transportunternehmen geraten in eine existentielle Krise und müssen aus dem Markt ausscheiden“ Nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) - gewonnen in zahlreichen Marktgesprächen mit allen am Verkehrsgeschehen Beteiligten - haben sich die wirtschaftlichen Probleme der deutschen Güterkraftverkehrsunternehmer verschärft. Für diese Entwicklung macht das Bundesamt den stetig wachsenden Wettbewerbsdruck durch ausländische Verkehrsunternehmen sowie die konjunkturelle Schwäche verantwortlich. Am offensichtlichsten sei die „angespannte Lage“ am deutlichen Rückgang der Investitionsneigung sowie an der überdurchschnittlichen Zunahme der Unternehmenszusammenbrüche im deutschen Verkehrsgewerbe erkennbar. Einen weiteren Grund für existentielle Befürchtungen deutscher Unternehmen sieht das BAG in der anstehenden Osterweiterung der Europäischen Union. Angesichts der günstigeren Kostensituation der Anbieter aus den Beitrittsländern und dem bereits heute geringen deutschen Marktanteil am grenzüberschreitenden Verkehr mit diesen neuen EU-Staaten würden für viele Transportunternehmer nur geringe Chancen auf diesen Wachstumsmärkten bestehen.

Frankfurt am Main, den 31. Oktober 2003
  P073-03A.PDF

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