Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2003

04.09.2003
SVG Zertifizierungsdienst bietet Möglichkeit zur GMP-Zertifizierung für Lebens- und Futtermitteltransport

BGL. Frankfurt/M. – Die Lebens- und Futtermittelindustrie verlangt von ihren Transporteuren vermehrt Nachweise zur Qualitätssicherung. Die Verlader und ihre Verbände reagieren mit dieser Forderung auf diverse Skandale wie z.B. Dioxin- und Nitrofenbelastungen, BSE und Geflügelpest.

Um eine größtmögliche Produktsicherheit zu gewährleisten und Skandale zu vermeiden, wurden diverse mehr oder weniger umfangreiche Regelwerke erarbeitet.

Die international anerkannte Norm DIN EN ISO 9001 beschäftigt sich mit einer funktionierenden Betriebsorganisation, kann also von jedem Unternehmen angewendet werden. Sie ist nicht auf eine Branche oder spezielle Produkte und Dienstleistungen beschränkt. Die Zertifizierung nach dieser Norm reicht deshalb vielen Branchen, Produzenten und Konzernen nicht aus.

Vorreiter bei der Erarbeitung branchenspezifischer Anforderungen für die Futtermittelindustrie ist der holländische Marktverband PDV (Productschap Diervoeder). Die GMP-Regelung für Futtermitteltransporte (abrufbar unter www.pdv.nl) orientiert sich an den Forderungen der DIN EN ISO 9001. Sie beinhaltet jedoch wesentlich konkretere Standards hinsichtlich Reinigung, Sauberkeit und Hygiene der Laderäume und der schnellen und durchgängigen Rückverfolgbarkeit aller Leistungen. Stoffe und Produkte wurden in Kategorien eingeteilt, um Transportverbote und Reinigungsregelungen genau zu definieren.
Gleichzeitig legt der Verband viel Gewicht auf vorbeugende Maßnahmen. In diesem Zusammenhang wird häufig das HACCP-Konzept (Hazard Analysis Critical Point) genannt. Es befähigt zur systematischen Bewertung von Risiken und daraus resultierenden Vorsorgemaßnahmen. In der gesamten Lieferantenkette der PDV-Mitglieder sollen ausschließlich Unternehmen zum Zuge kommen, die diese Anforderungen bis spätestens 31.12.2003 nachweisbar erfüllen.

Die Einhaltung der GMP-Regelungen wird nicht nur von der holländischen Futtermittelindustrie gefordert, sondern auch von Unternehmen, welche die Anforderungen des QS-Gütezeichens einhalten. Gesellschafter der QS GmbH (www.q-s.info) sind u.a. der Dt. Raiffeisenverband (DRV), die Centrale Marketing-Gesellschaft der Agrarwirtschaft (CMA) und der Dt. Bauernverband (DBV).

Den Nachweis eines Managementsystems benötigt auch der Transporteur, welcher für GTP-zertifizierte Getreidehändlern fährt. Der GTP-Codex (Good Trading Practice) wurde von der COCERAL (Europäischer Verband der Getreidehändler, www.coceral.com) entwickelt. Bisher sind u.a. die Getreidehändler Toepfer Intern., Dt. Raiffeisen-Warenzentrale und Cargill Intern. nach GTP-Codex zertifiziert.

Neben diesen Regelwerken wurden Leitfäden von weiteren Verbänden erarbeitet, z.B. die „Leitlinie Futtermitteltransport“ der Verbände BGL, DVT und DRV (Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung, Dt. Verband Tiernahrung, Dt. Raiffeisenverband) sowie der „Leitfaden zur Anerkennung von Standards“ der Global Food Safety Initiative des CIES Food Business Forum (Mitgliedsfirmen in Deutschland sind u.a. Aldi, Bahlsen, Eckes, Kaufland, Langnese-Iglo, Metro, Oetker, REWE). Eine Zertifizierung nach diesen Leitfäden ist derzeit nicht möglich.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den SVG Zertifizierungsdienst, Frau Bielefeld, Tel.: 040–23 606–670, k.bielefeld@svg-zert.de

Frankfurt am Main, den 4. September 2003

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