Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2001

30.08.2001
Deutsche Bahn täuscht Öffentlichkeit mit unhaltbaren Versprechen

BGL. Frankfurt/M. – In ganzseitigen Anzeigen behauptet Die Bahn, der Weg aus dem Dauerstau auf Deutschlands Straßen führe nur über Die Bahn. So sollen nach Berechnungen der Die Bahn 6.000 Züge pro Tag 100.000 LKW im Dauerstau ersetzen.

Tatsache ist: Pro Zug im kombinierten Verkehr, bei Ausnutzung aller Stellplätze, kann Die Bahn die Ladung von 25 - 40 schweren LKW übernehmen. Eine Verdoppelung der Züge würde von deutschen "Brummis" begrüßt, die mehr Bahn fahren wollen, aber leider was Angebot und Leistung der Schiene betrifft immer öfter im Regen stehen.

Die verbreitete Hoffnung, durch Die Bahn könne der Stau auf der Straße abgebaut werden, ist indes bewusst irreführend. Richtig ist nur die Aussage der DB, dass der Güterverkehr bis zum Jahr 2015 durch die Zusammenführung Europas um rd. 60 % anwachsen soll. Im Prognosejahr 1997 hatte die Straße 236 Mrd. tkm Verkehrsleistung, die Schiene 73 Mrd. tkm und die Binnenschifffahrt 62 Mrd. tkm. Eine Verdoppelung des Schienenanteils würde somit eine Steigerung um rd. 75 Mrd. tkm bedeuten.

Exakt diese Zahl sieht die Bundesregierung unter ehrgeizigsten Annahmen als Transportziel der Schiene im Jahr 2015 an. Bahnchef Mehdorn selbst hat erklärt, dass erst im Jahr 2020 (!) Die Bahn 120 Mrd. tkm erreichen könnte. Bahnchef Mehdorn liegt damit immer noch rd. 30 Mrd. tkm unter der für 2015 von der Bundesregierung erwarteten Leistung. Die aktuelle Differenz zu den Planungen der Die Bahn bis zum Jahr 2015, rd. 50 Mrd. tkm, sollen Privatbahnen schaffen. Auch dazu wünschen deutsche "Brummis" den Wettbewerbern auf der Schiene viel Erfolg.

Was bleibt nach so viel Werberummel ist letztlich ein unhaltbares Versprechen der Die Bahn. Trotz größter Anstrengung auf der Schiene wird die Straße den Löwenanteil des Verkehrswachstum von insgesamt 237 Mrd. tkm übernehmen müssen. Nach den Prognosen hat die Straße davon 138 Mrd. tkm zu tragen, während sich die Schiene mit einem Zuwachs von "nur" 75 Mrd. tkm und das Schiff mit 24 Mrd. tkm den kleineren Rest teilen. Wer deshalb in einer ganzseitigen Anzeige die Entlastung der Straßen durch die Schiene verspricht, belügt die Öffentlichkeit.

Vielleicht sollte die Eisenbahn ihren Werbeetat zur ganzseitigen Fehlinformation der Öffentlichkeit dazu nutzen, Regenschirme zu verschenken. Denn immer mehr Kunden der Schiene stehen buchstäblich im Regen, weil Die Bahn ihre jahrzehntealten Versprechen nicht einzulösen vermag. Deutschlands "Brummis" wünschen von der Die Bahn, diese möge ihre Energie darauf verwenden, wie die Zusammenarbeit der Verkehrsträger durch bessere Leistungen und neue Angebote intensiviert werden kann. Alte Hüte taugen nichts, wenn die Zukunft gemeistert werden soll.

Frankfurt am Main, den 30. August 2001

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