Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Pressearchiv 2000

13.11.2000
BGL: "Mobile Mahnmale" sollen Verkehrspolitiker an ihre Hausaufgaben erinnern

BGL. Frankfurt/M. – Die Delegierten des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) haben auf ihrer Mitgliederversammlung 2000 in Bremen mit Enttäuschung das bisherige Fehlen konkreter Gegenmaßnahmen der Bundesregierung gegen die Subventionspraktiken und Dumpingkonkurrenz aus europäischen Staaten zur Kenntnis genommen. Sie haben sich in einem Beschluss zur verkehrspolitischen Lage dafür ausgesprochen, die Gesprächsangebote durch die Bundesregierung weiterhin wahrzunehmen und schnellstmöglich zu einem konstruktiven Ende zu führen.

Sollten jedoch von der Bundesregierung keine positiven Signale zur Stärkung der Wettbewerbsstellung deutscher Transportunternehmer im europäischen Güterkraftverkehr gesetzt werden, will der Bundesverband die verantwortlichen Politiker durch regionale Aktionen daran erinnern, ihre "Hausaufgaben" zu machen. Vornehmlich ist daran gedacht, Spitzenpolitiker der Bundesregierung bei den anstehenden Landtagswahlkämpfen in Form eines "mobilen Mahnmals" ständig mit der Notlage des deutschen Transportgewerbes zu konfrontieren. Die BGL-Delegierten erwarten auch, dass Berlin bei Einführung der nächsten Stufe der Ökosteuerreform zum 1. Januar 2001 konkrete Entlastungsschritte für das Gewerbe vorsieht, um es nicht weiter ins Hintertreffen gegenüber seinen internationalen Wettbewerbern geraten zu lassen.

Angesichts des in den letzten Monaten von mehreren EU-Partnerstaaten gestarteten "Subventionswettlaufs" zugunsten ihrer einheimischen Transportwirtschaft wiederholte BGL-Präsident Hermann Grewer in Bremen mit einer programmatischen Rede vor den BGL-Delegierten die Forderung des Gewerbes nach kurzfristiger Entlastung "in jeder rechenbaren Form". Der BGL-Präsident verdeutlichte die Strategie des Gewerbevorstandes, auf dem Verhandlungsweg die Interessen der Unternehmerschaft zu vertreten und ihnen gleichzeitig in Form legitimer Kundgebungen Nachdruck zu verleihen.

Diese hätten nicht nur zu positiven Reaktionen in der politischen Landschaft geführt, sondern auch Signale im Bereich der verladenden Industrie ausgelöst. Grewer rechnete es auch dem in diesem Jahr strikt befolgten gewerbepolitischen Kurs zu, nicht auf Populismus einzugehen, auf rationalem Kurs zu bleiben und Gesprächsfähigkeit auf allen Ebenen zu erhalten.

Zum augenblicklichen Stand der verkehrspolitischen Auseinandersetzung erklärte der BGL-Präsident, dass von einer weiteren Gesprächsrunde noch in diesem Jahr in Berlin ausgegangen werden könne. Die Gewerbeführung habe Ende Oktober 2000 den Bundeskanzler eindringlich aufgefordert, konkrete Hilfen für das Gewerbe in Angriff zu nehmen. Überdies werde erwogen, die beim Bundesverfassungsgericht eingereichte Klage gegen die Ökosteuerreform mit juristischen Mitteln zu beschleunigen.

BGL-Präsidium neu gewählt

Die Delegierten des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. haben auf der Mitgliederversammlung 2000 in Bremen das BGL-Präsidium satzungsgemäß neu gewählt. Dabei wurde Hermann Grewer (Gelsenkirchen) zum dritten Mal in seinem Amt als Präsident bestätigt.

Auch die bisherigen Vizepräsidenten Heinrich Frey (Seibersbach), Karl-Heinz Kohn (Wiemersdorf), Michael Lohse (Chemnitz), Klaus Peter Röskes (Heiligenhaus), Hermann Schreck (Langenhagen), Adalbert Wandt (Braunschweig) und Hans Wormser (Herzogenaurach) wurden wiedergewählt.

Ihren Abschied von der gewerbepolitischen Arbeit für den Bundesverband nahmen in Bremen Heinz Herzig, langjähriger Vorsitzender der Vereinigung des Verkehrsgewerbes in Hessen und ehemaliger Präsident der Zentralarbeitsgemeinschaft Straßenverkehr (ZAV) sowie ehemaliger Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Güterfernverkehrs (BDF). Dipl.-Kfm. Alexander Reichert, Geschäftsführer des Fachverbandes Güterkraftverkehr Hessen bis zum Jahresende 99 und noch amtierender Geschäftsführender Vorstand der Straßenverkehrsgenossenschaft Hessen eG sowie Kurt Mann, langjähriger Vorsitzender des Verbandes des Verkehrsgewerbes Rheinland und Vizepräsident des ehemaligen Bundesverbandes des Deutschen Güternahverkehrs (BDN).

Frankfurt am Main, den 13. November 2000

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